Wir machen zwei Monate Auszeit

….endlich ist es soweit – lange haben Jens und ich auf diesen Tag herbeigesehnt – endlich mal keine Verpflichtungen -  Zeit für uns – Zeit um zur Ruhe zu kommen… 

Seit Tagen hat Jens das Wohnmobil und unser Gespann vorbereitet, wir haben gepackt und jetzt geht es los. Vanessa ist zur Schule und Sophia vom Taxi abgeholt, Florian kam zum Abschied, ein letztes Mal winken, 8 Wochen – das ist der Plan… 

Um 11.00 Uhr fuhren wir los – nicht ohne ein kleines Video von Florian – das er in die Familiengruppe schickte.  Es fiel mir unsagbar schwer – trotz aller Vorfreude, noch nie war ich so lange von meinen Kindern – von meinem zuhause getrennt.

 02.03.2023, Unsere 1. Etappe... 

...führt uns 313 km nach Landsberg/Lech – dort wollten wir uns bei einem VESPA-Händler italienisch einstimmen. Aber leider stellten wir fest – freundlich geht anders und beließen es bei einer Tasse Kaffee. 

Danach fuhren wir noch weitere 3,9 km um dann auf einen nahegelegenen Stellplatz „Waitzinger Wiese“ zu übernachten - nicht schön, aber ruhig. 

03.03.2023, Tag 2

Nachdem wir unsere Übernachtung bezahlt haben, fuhren wir weiter in Richtung Freilassing – dort wollte ich in den Globus einkaufen gehen – wir kennen den Globus als einen schönen und ansprechenden Supermarkt – bei dem es immer ein Einkaufsevent ist und wir wollten uns dort eine Antipasti-Platte kaufen um unseren Abend mit italienischem Essen ausklingen lassen. 

Nach 196 km kamen wir dort an und waren auch hiervon enttäuscht - der Globus war weder schön noch gab es diese Vielfalt an Waren wie wir es von anderen Filialen kannten.  

Nach einem Blick auf die Karte entschieden wir direkt nach Österreich weiterzufahren – um 13.45 Uhr passierten wir die Grenze Salzburg. 

Nach insgesamt 240 km kamen wir an unserem heutigen Etappenziel in Golling an – umrahmt von Bergen. Das Wetter war durchwachsen – auf dem Weg hierher kamen wir an vielen winterlichen Regionen vorbei. Der Stellplatz ist sehr ruhig und der Blick auf die Berge ist bei klarer Sicht ein Traum. Das Abschalten vom Alltag fällt mir noch schwer, Jens ist wesentlich entspannter. 


04.03.2023, Tag 3

 Heute Morgen fuhren wir wieder gegen 8.30 Uhr los – unser heutiges Ziel lag ca. 375 km weiter südlich in Italien – Triest – hier wollten wir mit unserer Italienumrundung beginnen. Das Wetter war heute traumhaft, zunächst fuhren wir noch an schneebedeckten Bergen vorbei und je weiter wir in den Süden kamen, umso grüner wurde es.
 Kurz vor Villach fuhren wir in einen langen Tunnel ein, davor lag stellenweise viel Schnee und als wir rauskamen, waren grüne Wiesen – Sonnenschein – ein Traum. 


Das Fahren mit Hänger war für Jens nicht schwer – aber Triest forderte alles. 
 Diese zum Teil sehr engen, kurvigen und steilen Gassen mit Gegenverkehr – schon als Beifahrer eine Herausforderung. Wir hatten einen Stellplatz mitten in der Stadt – nicht schön, aber ausreichend. 

 

Mit unserer Vespa ging es dann auf Erkundungstour, zum ersten Mal mit einer Vespa auf italienischen Straßen unterwegs – Freiheit und Abenteuer pur. Bis auf den Hafen und die Strandpromenade ist für uns Triest keine Reise wert, der Yachthafen und 2 Straßen mit einigen kleinen Gassen sind schön, aber alles andere naja – für unsere Augen hässlich.  

Morgen wollten wir weiter südlich nach Chioggia fahren, unser Plan war dort 2-3 Tage zu bleiben und uns mit einer Einheimischen, die wir auf der CMT kennen gelernt haben, zu treffen. 

05.03.2023 – Tag 4

Nach einer mehr als nur sehr schlechten Nacht – fuhren wir schon um 8.30 Uhr los, wir freuten uns auf Chioggia. Dort wollten wir bis Montag bleiben und dann nach Verona fahren, um dort meinen Geburtstag bei Romeo und Julia zu feiern. Soweit zu unseren Plänen. Gegen 10.45 Uhr klingelte das Handy, es war Melina – sie wollte uns etwas erzählen – ich merkte gleich, dass es etwas wichtiges war. Wir parkten irgendwo und dann erfuhren wir es Melina wurde heute Nacht Mama – sie hatte selbst erst vor 2 Tagen erfahren, dass sie schwanger war. Diese Nachricht übertraf alles – Jens war jetzt Opa und ich somit auch Oma. Schnell war uns klar – wir fahren nach Lörrach zur Melina und unseren Enkelin Cataleya, aber zuerst einmal müssen wir die Nachricht verdauen und ein paar Stunden schlafen, damit wir gestärkt die 825 km nach Lörrach fahren können. Also fuhren wir wie geplant nach Chioggia auf den Campingplatz. 

In Chioggia angekommen, beließen wir es bei einem Strandspaziergang, denn wir waren müde und wollten uns für die morgige Heimfahrt ausruhen. 
 
Wir freuten uns wahnsinnig und fühlten uns energiegeladen wie schon sehr lange nicht mehr. 


06.03.2023 – Tag 5

Heute Morgen fuhren wir schon so gegen 7.00 Uhr los, wir hatten ja eine lange Fahrt von ca. 620 km bis Lörrach und danach nochmal ca. 280 km bis zuhause vor uns, wir entschieden uns, auf jeden Fall durch die Schweiz zu fahren, auch wenn es bedeutete, 2 Vignetten zu kaufen, 1x für unseren Anhänger und 1x für unser Womo.

 Wir kauften diese dann in Höhe Como – direkt an der Schweizer Grenze. 

 

Die Vorfreude und somit auch die Anspannung wuchsen, es war immer noch so unvorstellbar, wir konnten es nicht fassen. Wir mussten es mit eigenen Augen sehen. 
 Ohne nennenswerte Staus kamen wir um 17.00 Uhr bei Melina im Krankenhaus an, Jens war kaum mehr zu halten. Unbeschreiblich dieser Moment – unfassbar schön – ein Wunder.  
 Es gab so viel zu staunen – zu besprechen – zu fragen und vor allem unsagbare Freude und Dankbarkeit – nichts war mehr wichtig.  


 Wir blieben bis 19.20 Uhr bei Melina und dann machten wir uns müde, aber glücklich auf den Heimweg. Währenddessen telefonierte ich mit Vanessa, da sie für meinen morgigen Geburtstag noch ganz spontan einen Kuchen gebacken hatte und das Wohnzimmer dekorierte – sie bat mich, auf keinen Fall mehr in die Küche zu gehen und auch nicht auf den Esstisch im Wohnzimmer zu schauen. Ich versprach es ihr und als wir gegen 23.20 Uhr zuhause ankamen, gingen wir auch gleich schlafen.   

07.03.2023 / 08.03.2023 – Tag 6 und 7

Diese Tage haben wir damit verbracht,
 die Babykleidung aus dem Keller zu holen, alles durchzuwaschen und nach Größen zu sortieren. 

Einen Kinderwagen zu kaufen, der sofort erhältlich ist, gut aussieht, leicht in der Handhabung und auch der Mama gefällt – Gottseidank gibt es Handys.  


.......und dann noch ganz spontan haben wir Kirstins Geburtstag gefeiert.

09.03.2023 - Tag 8

Heute haben wir gemeinsam mit Vanessa und Sophia ihre kleine Nichte Cataleya besucht. 
Wir fuhren nach der Schule los und waren so gegen 16.45 Uhr in Kleinkems. 
Nachdem gute 2 Stunden zu Besuch waren, sind wir dann müde aber glücklich wieder nach Hause gefahren und dort kamen wir Um 22.45 Uhr voller BABY-Fieber an. 

10.03.2023 / 11.03.2023 – Tag 9 und 10 

Noch einmal das Wohnmobil gerichtet – Kleidung und Essen aufgerüstet – noch einmal ausgeruht und dann ging es heute am Tag 10 um 8.50 Uhr wieder los – Auszeit der 2. Versuch. Noch einmal Italien – aber diesmal über den Brenner – die österreichische Vignette gilt ja noch und möchte genützt werden. 

Diesmal möchten wir zum Gardasee –jetzt sind wir ja Großeltern und haben das richtige Alter dafür – Aussage Jens 😊. 

Unser Weg führte uns an schneebedeckten Bergen und Feldern sowie der Zugspitze (ist hinter den Wolken kaum zu sehen) vorbei – kaum vorstellbar, dass es am Gardasee 15° Grad haben soll. Gegen 14.30 Uhr passierten wir den Brenner. Nun lagen nur noch knapp 240 km vor uns – wir freuten uns und waren auf den Platz gespannt. 

 

In Lazise angekommen, haben wir nach 547 km und knapp 8 Stunden endlich auf dem Campingplatz Camping du Parc Quartier bezogen. 

Der Platz ist sehr schön und wir haben direkten Blick auf den Gardasee. Hier möchten wir einige Tage bleiben und uns einfach nur mal ausruhen. Es gibt einige Deutsche hier auf dem Platz (Heilbronn, Esslingen, Ludwigsburg, Saarbrücken, Neunkirchen und welche aus NRW) um nur einige zu nennen. Aber alle sehr freundlich und hilfsbereit. 

 
Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschiedet dieser Tag von uns. 

Bald geht es hier weiter.....