Jens macht alleine BAYtime

Ich mache eine Auszeit, meine BAYtime.

06.01.2026

Ein Blick zurück,
lasse ich die Rückfahrt einmal weg, habe ich in den vergangenen 75 Tagen 8019 km hinter mich gebracht, ich stand auf 54 unterschiedlichen Spots, 3x Deutschland, 3x Frankreich, 33x Spanien, 15x in Portugal) mit sehr guter bis einigermaßen Aussicht, von super Untergrund bis schräg ohne Ende. Insgesamt habe ich alleine für das Parken 626,- € ausgegeben und 1.384, - € für Diesel. das macht einen Durchschnittsverbrauch von 10,7 l aus. Meine gesamten Kosten belaufen sich auf 3.066, - € (Durschnitt am Tag 40,88 €).
 Ich habe viele Menschen getroffen, kennen gelernt und auf der Fahrt immer mal wieder getroffen, irgendwie ist es eine eingeschworene Gemeinschaft. 
 Spanien und Portugal glänzen vor allem mit Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gelassenheit, alles wirkt irgendwie stresslos und egal wo ich war, ich fühlte mich überall zuhause. Es sind zwei Länder, die landschaftlich der absolute Hammer sind, vor allem wenn man abseits der Touristenrouten unterwegs ist. Alles ist einfacher gehalten aber es funktioniert und ist funktionell und mitunter einfach menschlich gemacht. Weniger Bevormundung und mehr selbstständiges Denken. 
 Ich habe sehr selten schlechte Laune erlebt, außer es war mal wieder ein unzufriedener Deutscher, der 5m mehr Kabel verlegen musste, um an den kostenlosen Strom zu kommen. Mir wurde in Portugal meine getrocknete Wäsche zusammen gelegt an mein Wohnmobil gebracht und mit einem Lächeln im Gesicht, auf den Stellplätzen wurde alles erklärt, wo ist was und was braucht man für was, ich habe nahezu überall eine gefühlte Zufriedenheit erlebt und gefühlt, egal ob ich irgendwo gestanden bin oder auf der Straße unterwegs war. Ich wurde überall begrüßt, ob ich wollte oder nicht. An keiner Kasse in einem Supermarkt gab es Hektik oder hat einer oder eine nach einer weiteren Kasse geschriehen, es braucht halt so lange wie es braucht und das ist Entspannung und Gelassenheit in der höchsten Dimension.
 

05.01.2026

 Tag 76, ich organisierte das Umräumen und das Ausräumen des Wohnmobil, was muss mit, was kann dableiben, Lebensmittel müssen alle raus, da wir nicht wissen wie lange unser Haus auf vier Räder verlängerten Urlaub macht. Um 13 Uhr war Kirstin da, die Nacht ist sie durchgefahren und war entsprechend müde und kaputt. Um 13.31 Uhr starteten wir zurück Richtung Deutschland. Nach anstrengenden Stunden und mit einigen Pausen, sind wir heute um 3.15 Uhr zuhause angekommen und entsprechend sehr müde ins Bett gefallen. 

04.01.2026

 Tag 75, eine Nacht am Autobahnzubringer und bei einem Abschleppunternehmen im 24 Stundenbetrieb ist nicht sonderlich erholsam aber ist halt so. Immerhin habe ich ein Dach über dem Kopf. 
Ein letzter größerer Spaziergang hat mir nochmals ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, denn egal was jetzt passiert ist, es waren tolle Tage und Wochen und ich bin sehr glücklich darüber das ich das habe machen können und dürfen.
Bis hierhin habe ich 8.019 km hinter mich gebracht und jeder Kilometer für sich war eine weitere Erfahrung in meinem Leben.
DANKE

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03.01.2026

 Tag 74, wahr haben wollte ich es nicht, oder die Hoffnung hatte ich vielleicht das es keine große Sache ist. Aber die Diagnose hat klar gezeigt: Motorschaden. Es ist Urlaubszeit, dass heißt das auch der ADAC recht viel zu tun hat und das merkte ich schon daran, dass ich viermal auf der Hotline anrufen musste, um überhaupt mal einen kleinen Schritt weiterzukommen. Alleine die Sache Mietwagen ist für sich genommen schon eine Geschichte wert. Kostenübernahme 750,- €, jedoch kosten die Dinger in der Urlaubszeit teilweise bis zu 2.400, - €. Rückflug geht nicht, denn das möchte ich unserem Hund nicht antun. Und ganz wichtig, was ist mit dem Wohnmobil: Also da muss der ADAC jetzt erst einmal schauen ob sich das wirtschaftlich lohnt oder ob man den nicht auch vor Ort richten kann, alles eine Frage der Kosten, denn der Tieflader kostet natürlich mehr als wenn er hier repariert wird und einer fährt unser Mobil händisch zurück.
 Ich bin einmal gespannt wie es weiter geht. jetzt holt mich erstmal meine liebe Ehefrau hier ab, denn das ist die günstigste Alternative zu allem anderen und natürlich auch die Liebste dazu. DANKE mein Schatz für diesen großartigen Service.
 Und es hat mir hier einmal mehr gezeigt wie hilfsbereit die Spanier sind. Nachdem die Werkstatt am Freitagabend zu gemacht hatte, kam noch ein Mitarbeiter zu mir hat gefragt, ob alles gut ist und ob ich noch was bräuchte, Strom sagte ich wäre nicht schlecht und es kamen sofort zwei Leute und verlegten ein Kabel direkt an das Wohnmobil. Das ist Service ganz großgeschrieben. DANKE Spanien für eine tolle Hilfsbereitschaft. 

02.01.2026

 Tag 73, pünktlich um 8 Uhr ging es los, alles war gerichtet, WC entleert, Bett gemacht, alles sicher verstaut. Die Heimreise begann, es standen 1162 km auf dem Navi, so ca. in der Hälfte der Kilometer eine Nacht auf einem Stellplatz verbringen.
 Nach 35 km und 1,5 km vor der französischen Grenze sagte mir mein Wohnmobil jedoch, dass es noch nicht nach Hause will. Auf der Autobahn, bergauf, wollte er den LKW nicht mehr überholen und verweigerte seine Arbeit. Also, ADAC via App kontaktiert und 50 Minuten später kam der Abschlepper, der mich von der Autobahn, via Frankreich, zurück nach Spanien brachte. jetzt stehe ich hier in La Jonquera vor einer Werkstatt und habe mein Nachtquartier aufgeschlagen, denn es ist Neujahr und somit Feiertag. Mal schauen was die Profis zu dem Problem sagen. Der Stellplatz hier kostet zumindest mal keine Stellplatzgebühren, gut er liegt auch direkt an der Zufahrt zur Autobahn, ist also nicht ganz so leise. 

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01.01.2026

Tag 72, Ruhetag, und was für einer. Mit einem herrlichen Sonnenaufgang wurde ich an meinem letzten Spanientag begrüßt und den ganzen Tag über war es zwar etwas kühl und windig, aber dafür schien die Sonne ohne Ende.
Ein weiterer Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ein Strandspaziergang an Silvester. Es war einfach nur schön. DANKE

Und die Silvesternacht war ein absoluter Traum, hier auf dem sehr großen Gelände gab es nicht einen Böller oder eine Rakete, umliegende Dörfer hatten erst um kurz nach 0 Uhr damit angefangen und waren nach 15 Minuten fertig, und der Lärm war wirklich zu ertragen. 
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie so eine ruhige Silvester erlebt wie in diesem Jahr hier. Auch die Tage zuvor waren sehr lautlos und Lucky dankte es mir.

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31.12.2025

Tag 71, nach einer sehr ruhigen Nacht, kaum zu glauben bei dem Platz neben der Straße, ging es zurück ans Meer. Ich bin auf dem Stellplatz wo ich vor genau zwei Monaten schon einmal war und meine Reise durch Spanien und Portugal startete. Ich bin zurück in Sant Pere Pescador. Er ist um einiges voller als noch vor Wochen aber ist auch klar, es ist Ferienzeit in Spanien, Frankreich und sonst so überall in Europa. Der Platz hat außer der WC- Entleerung nichts zu bieten, außer eine geile Sicht auf das Meer.
 
 Hinter mir stehen Youtuber mit einem echt coolen Kanal. Die meisten Kanäle meide ich ja, weil schon allein die Stimmen der erzählenden Personen mir auf das Trommelfell hämmern aber "Bis Plötzlich" ist da wirklich eine sehr große Ausnahme und echt zu gebrauchen. Schaut doch da mal vorbei. Echt lohnend. Abgesehen davon sind es zwei sehr sympathische Menschen. 

Bilder des Tages

30.12.2025

Tag 70, mit Judith und Marcel ging es auf eine kleine Bergtour, allerdings in den Nebel und daher gibt es auch keine Bilder. nach dem Kaffee bin ich weitergezogen und in Girona angekommen, waren auch nur knapp 35 km. Hier um die Ecke gebogen, war klar, hier waren wir auch schon mal, allerdings nur zum Entleeren des Grauwassers und der Platz war damals nicht nur staubig sondern auch leer, ich habe kurz in der Zeitachse nachgesehen wann das war und es war tatsächlich im August 24 und zwar am 26ten Tag. Heute ist er recht voll und matschig dazu, dafür kostenlos und mit Ver- und Entsorgungsstation und um die geht es mir, denn anschließend geht es zu meinem letzten Stellplatz in Spanien, welcher auch der erste in Spanien von meiner Reise war. 

29.12.2025

Tag 69, da stehe ich nun, mitten auf der Straße in Vidreres, dafür kostenlos. Not macht erfinderisch, denn ich steh vor der Tür eines Freundes, der in diesem Jahr nach Spanien ausgewandert ist und da ich sowieso gerade in der Ecke unterwegs bin und es auf dem Hinweg leider nicht geklappt hat, hole ich es auf dem Heimweg einfach nach. Es war ein klasse Abend unter Freunden, mit viel südländischer Gastfreundschaft. Vielen lieben Dank an Judith und Marcel.

28.12.2025

Tag 68, nach 135 km, einem Einkauf bei Lidl und regen ohne Ende bin ich im bergischen Castellgalí angekommen. Wenn der Regen eine Pause gemacht hat, ist die Aussicht superschön, hier und da gibt es etwas Historisches aber bei Wasser ohne Ende von oben, habe ich mir das erspart.
 Gleich nach mir ist ein Camper aus ES hier angekommen. Mal wieder ging mir der Gedanke durch den Kopf, "da fährst Du tausende von Kilometer und triffst ein Esslinger hier", aber stimmt so natürlich nicht, da ich ja nur noch 1.200 km von zuhause entfernt bin, ist die Möglichkeit groß, die Nachbarn zu treffen. In einer Regenpause hatte ich dafür eine sehr nette Unterhaltung mit den Saarländern neben mir. Sind und bleiben einfach nette Menschen. 
 Der Platz hier mit Ver- und Entsorgung ist einmal mehr kostenlos, etwas matschig, wenn es geregnet hat aber dafür mit einer tollen Aussicht. 

27.12.2025

Tag 67, ich bin in Vinaixa, viel gesehen habe ich hier nicht, da es den ganzen Tag über geregnet hat, die Regenpausen nutzte ich zum Gassi gehen, viel waren es nicht, also die Gassi runden.
 Der Platz hier ist kostenlos und hat alles außer WC und Dusche, dafür ist Wasser, Abwasser und der Strom umsonst. 
Hier gibt es eine sehr große Grillanlage, unzählige Sitzgelegenheiten und ein Schwimmbad. Im Sommer muss das hier richtig toll sein.
 Gefahren bin ich 78 km bei überwiegend nassem Dezemberwetter mit 4° C. Ich jammere nicht, es ist Spanien, es ist ein tolles Land und es gehört eben auch der Regen dazu. 

26.12.2025

Tag 66, die letzte Nacht war nicht sonderlich dolle, obwohl abgelegen und nichts los, war immer irgendwas los und wenn es nur in meinem Kopf war. Zuerst kam die Nachbarin in Ihren Camper zurück und wurde lautstark von ihren Hunden begrüßt, dann hat jemand das Drehverhalten seines Autos auf dem Schotter getestet und der Rest war immer mal wieder irgendwas. Aber nun ja, so ist es eben, warum darüber aufregen, Buch in die Hand nehmen, lesen, weiterschlafen.
 Es ging wieder einmal durch sehr schöne Landschaften, zwischen kurzer Sonne und reges Schneetreiben in ein kleines Örtchen, das auf den Namen La Granja d'Escarp hört. La Granja d'Escarp liegt 78 m über dem Meeresspiegel, also weit vom Meer bin ich gerade mal wieder nicht. Der Stellplatz ist mit Solarplatten überdacht, allerdings habt das Dach Lücken zwischen den Platten, ergo wenn es regnet, dann sind die Tropfen größer und der Lärm auf dem dach größer. Dafür kostet der Platz nichts, er hat eine sehr schöne Aussicht und ist umgeben von vielen Bergen, die wir dann auch erkundet haben. Ver- und Entsorgung sind vorhanden. Strom von den Panels bekommt man gegen Wertmarken, die man irgendwo im Dorf kaufen kann, für 2,- € für 12 Stunden. Da ich meinen eigenen Strom dabeihabe, brauche ich das hier auch nicht und die Idee mit dem Solar finde ich richtig gut. 

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25.12.2025

Tag 65, Albalate del Arzobisposo ist ein historisches Dorf in der Provinz von Teruel. Gefahren bin ich um die 200 km, inkl. Einkauf.

 Gestartet hatte Heiligabend bereits mit 1° C und einer Schneeflocke auf meiner Nase. Kommt davon, wenn man sich im Hinterland bewegt, dafür war die Nacht ruhig, bis auf den zwischenzeitlichen Regen und meine Gedanken an das Glatteis, welches entstehen könnte. Aber dem war nicht so. Bei Sonnenschein und einzelnen Wolken bin ich durch eine unvergessliche Landschaft gefahren, inkl. Schneefall und verschneite Berge. Aber aus dem 1° C wurden bei meiner Ankunft hier immerhin schon wieder 12° C und somit eine angenehme spanische Wärme.
Ich stehe an einer Ver- und Entsorgungsstation auf einem öffentlichen Parkplatz in Blickweite zur Stierkampfarena und der Burg. Kosten tut der nix, also der Parkplatz. 

Bilder des Tages

24.12.2025

 Tag 64, nach einer absoluten ruhigen Nacht in Corricola, alleine mit bester Aussicht, ging es weiter Richtung Westen. Aber ich möchte im Landesinneren stehen, denn die Küste wird immer voller von Wohnmobilen und das muss ich mir nicht antun. Also, bei sehr starkem Wind geht es weiter dur die Landschaft der Sierra de Arcos, es ist unbeschreiblich schön. Auf dem eigentlichen Stellplatz inmitten eines Dorfes, entscheide ich mich dagegen, ist eine Gefühlssache, also weiter, bergauf, die Straßen werden schmaler und die Kurven enger. Hier in Albarracín am Rande der Sierra de Arcos ist ein herrlicher Stellplatz am Ende des Dorfes mit unzähligen Wanderwegen, die alle bergauf gehen aber zum Träumen und zum Laufen einladen. Der Platz kostet 14,- €, hat alles außer WC und Dusche, ist vor allem eben und herrlich ruhig. Ich schaute auf meine Wettervorhersage und was sehe ich da? SCHNEEFALL. Gut, Heiligabend möchte ich hier nicht verbringen, denn irgendwie möchte ich es wärmer haben. 

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23.12.2025

 Tag 63, so, mal wieder etwas Strecke gemacht, die Überlegung war, dass ich es mir für ein paar Tage auf einem Campingplatz gemütlich mache, also ging es auf nach Denia, denn da waren wir schon zweimal und hatten es als schön eingestuft.
 Dort gibt es einen Platz, da waren wir im letzten Jahr, der recht ruhig und am Strand liegt, damals waren außer uns noch maximal 5 andere auf dem Platz. Also angefahren, kurz über den Platz gelaufen und sofort kam die Empfindung hoch, dass es jede Sardine in der Büchse besser hat. Also erstmal einkaufen gefahren und die Entscheidung getroffen, ins Landesinnere zurückzufahren, da ist es definitiv ruhiger und mit Sicherheit hat man auch mehr Platz.
 Jetzt stehe ich auf einem Parkplatz mit Ver- und Entsorgung in dem Dorf Corricola, ca 20 km von der Küste entfernt in den Bergen und was soll ich sagen, alleine, ruhig und die Aussicht ist der Hammer und Kosten tut der auch nix. Hammer. Und WiFi im 5g Netz gibt es noch für umsonst obendrauf.

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22.12.2025

Tag 62, nach einem sehr windigen Start in den Tag, bin ich an unzähligen und kilometerlangen Gewächshäuser vorbeigefahren, alles entlang einer kleinen Landstraße, einfach stresslos. Es ist schon unglaublich wieviel Gemüsesorten und Obstsorten niemals nur einen Sonnenstrahl abbekommen haben. 

Dennoch ist die Landschaft so einzigartig und schön, gleichzeitig tun mir die Spanier schon sehr leid, denn sie haben ein unglaublich großes Land, können aber aufgrund der Beschaffenheit von diesem nichts damit anfangen.

In der Nähe von Vera wollte ich auf einen Stellplatz fahren und wie hier und da auch schon passiert, war dieser nicht meins, somit bin ich weitere 12 km gefahren und stehe nun in Cuevas del Almanzora, einem kleinen Ort jenseits von allem. Hier haben sie eine schöne und alte Burganlage, wäre sicher schön zu besichtigen ist aber sonntags geschlossen, also muss eine Rund drumherum genügen. Macht aber nichts aus, denn der Nachmittag ist nur verregnet und zwei kleine Pausen zwischen dem viel Nass müssen dem Hund genügen sich zu entleeren. Schade, denn es gibt in dem Park gleich nebenan eine Hundeauslaufzone mit Spiel und Spaß für die Vierbeiner. Positiv daran, der Platz hier kostet nichts, dafür steht man sehr kuschelig beieinander aber für eine nachts geht’s. Sicherheit ist dafür großgeschrieben, denn genau gegenüber ist eine Polizeistation.

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21.12.2025

Tag 61, der Platz liegt inmitten der unzähligen Gewächshäuser rings um Almeria. Alles mit Plastik verbaut, das stört nicht wirklich den Anblick, wenn man auf dem Boden steht, hier fällt mir nur die extremen Müllmassen auf, die weit verbreitet an den Wegen und Straßen liegt, auch an der angrenzenden Salzwüste machen diese Berge von Müll keinen Halt. Umso mehr hat mich der Anblick über einen See gegeben, bestückt mit einer Plattform, die zwar etwas weiter weg steht vom besagten See aber immer noch eine wahnsinnige Sicht auf dutzende Flamengos freigibt. Ein faszinierendes Schauspiel in dieser vermüllten Natur, einerseits schade um die Natur anderseits ein wirklich schöner Anblick dieser Vögel.
 Ich hatte diesbezüglich mit einem deutschen Camper eine Diskussion über genau diese Müllberge und er meinte lapidar, dass würde mit Pfand auf den Pet-Flaschen sofort aufhören. Doch tatsächlich habe ich von diesen besagten Flaschen noch am wenigsten gesehen, auch die Aussage, dass die freistehenden Wildcamper alles vermüllen, kann ich nicht bestätigen, denn der Müll liegt weit verstreut in der Natur herum und diese Natur hat aufgrund der Gegebenheiten niemals zuvor einen Camper gesehen. 
 Dennoch finde ich dieses Land faszinierend. Und kein Land ist perfekt ob mit oder ohne Flaschenpfand. 

Ansonsten hatte ich Wasch-, Ruhe- und einen Lauftag. 

20.12.2025

 Tag 60, die Fahrt hierher war relativ einfach, zum Glück, denn ich bin nun einmal drum herumgefahren, um die Sierra Nevada. Das Hinterland hier in Andalusien ist einfach zu schön um einfach nur durchzubrettern, denn immer wieder sah ich den gezuckerten Berg und die unbeschreiblichen Felsformationen in dieser Gegend.
 Am Morgen wurde ich mit einem Heißluftballon geweckt, keiner von REMAX aber in der ersten Reihe mit einem RELAX-Kaffeebecher in der Hand genauso schön zum Anschauen.
 Nun bin ich in Almeria angekommen, genauer gesagt etwas nördlicher am Cabo de Gata, wobei dieser verfallene Turm auch nochmal rund 2,5 km vom Stellplatz entfernt steht.
 Ein absolut freundlicher Platz mit allem, mir geht es vor allem um meine Wäsche, denn die sollte mal wieder dringend ein wenig Karussell fahren.
 Die Kosten für den Stellplatz belaufen sich auf 18,- € inkl. Strom. Hier bleibe ich für zwei Nächte, denn das Wetter ist nicht so berauschend, also mal wieder Aufräumtag. 

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19.12.2025

 Tag 59, wo es nach oben geht, da geht es auch wieder runter, die gleiche Strecke mit der gleichen Zeit, was zugenommen hatte waren die entgegenkommende Busse und diesmal waren auch LKWs dabei, aber alles ist gut gegangen und nach angenehmen drei Stunden Fahrzeit bin ich in der Stadt Guadix angekommen. Unterwegs sah ich Schnee auf den Gipfeln der Sierra Nevada, denn unmittelbar daneben steh ich jetzt und die Straße führte dort entlang, entsprechend sind auch die Temperaturen. 
 Guadix fasziniert durch die Kathedrale, die wegen einer geschlossenen Gesellschaft (Beerdigung) leider nicht zu besichtigen war. Aber bekannt ist diese Stadt auch durch ihre unzähligen Höhlenwohnungen, etwa 2000 gibt es hier und viele sind noch immer bewohnt und stehen in der Moderne den heutigen in nichts nach. Auf dem Weg zu diesen habe ich einen Spanier getroffen, der aus Köln stammt und mein Glück war es, dass er mir eine Führung durch die Höhle seiner Eltern gab. Sehr beeindruckend, wenn man weiß, dass diese mitunter über 600 Jahre alt sind und für alle möglichen Dinge gedient haben. Stall, Schlachten, Wein herstellen und mit bis zu 17 Menschen hat man auch noch in diesen ca.100 qm gewohnt. 
 Das Hinterland um diese Stadt ist der Hammer, nicht nur von Bergen umgeben, sondern Felsformationen, die eher an den Grand Canyon erinnern als an ein europäische Land. Wobei der Name dennoch Programm ist, denn das Gebiet nennt sich ja auch nicht umsonst der Grand Canyon von Andalusien. 
Ich stehe hier auf einem großen Parkplatz, fußläufig zur Kathedrale, dieser Platz kostet ebenfalls nichts, hat aber eine Ver- und Entsorgungsstation, ist geteert und relativ eben. 

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18.12.2025

 Tag 58, hoch oben angekommen, ich bin in Canillas de Albaida, ein verschlafenes Kaff ca. 17 km von der Küste entfernt, in km sind das nicht so viel, in Kurven und engen Straßen gerechnet schon, denn allein für diese 17 km benötigte ich fast 40 Minuten. Wer die Länge, Breite und Höhe seines Fahrzeugs bisher nicht kannte, der kennt diese spätestens nach dieser Strecke, überwiegend im zweiten Gang und die letzten 200 m nur noch im ersten Gang. Und ganz toll wurde es, als der Reisebus mir entgegenkam, aber auch das hat irgendwie funktioniert. Aber es hat sich gelohnt, der Blick ist unglaublich und der Platz ruhig ohne Ende. Kostet 10,- € ohne Strom, mit diesem 3,- € mehr, WC, Dusche und Versorgung ist dabei. 

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17.12.2025

 Tag 57, nach einer regenreichen Sturmnacht, ich war um den leicht abfallenden und gut befestigte Untergrund sehr glücklich, bin ich in das Landesinnere gefahren, genauer gesagt nach 133 km im beschaulichen und kleinen Städtchen Campillos angekommen, einmal mehr war die Fahrt durch das Hinterland von Andalusien einfach nur schön. Hier herrscht Ruhe und Gelassenheit, leider baut der Wochenmarkt gerade seine Stände ab, irgendwie verpasse ich diese hier in Spanien immer wieder. Vielmehr gibt es hier nicht zu sehen. Ich stehe hier mitten im Dorf auf einem ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz mit drei Steckdosen mit Strom, zum Glück brauche ich keinen Strom, dazu Ent- und Versorgung und angenehm ist die nahezu ebene und geteerte Fläche. Der Platz kostet mal wieder nichts.
 Zwischenfazit:
 Ich bin jetzt acht Wochen unterwegs, ich bin genau 5.999 km gefahren und habe bis gestern 2.429,- € ausgegeben, darin sind alleine Kosten für den Diesel von 1.043,- € enthalten, für Lebensmittel benötigte ich 609,- €, wobei ich einiges an Vorrat vor Fahrtantritt mitgenommen habe und für Übernachtungsplätze schlagen immerhin noch 539,- € zu buche. 

16.12.2025

  Tag 56, Tarifa hat mich mit einem sehr schönen Sonnenaufgang über Afrika verabschiedet. Ich bin aber nicht gegangen, bevor ich meinen kleinen Traum mir erfüllt habe, gut, zwar neun Tage zu früh aber die Atmosphäre ist die gleiche. Einen schönen und sehr langen Spaziergang am Menschenleeren Strand von Tarifa vom südlichsten Leuchtturm auf dem europäischen Festland bis zum Rio Jara. Es war einfach nur herrlich, zumal auch der Wind sich sehr zurück gehalten hat. Und somit habe ich mich vom Atlantik verabschiedet und tauche am Mittelmeer wieder auf und zwar in La Linea, eine kleine Stadt, angrenzend an Gibraltar. Man müsste meinen, dass es ein Besuch wert sein muss aber da ich erst im letzten Jahr da war, war es nichts Besonderes, außer mehr Weihnachten und nicht ganz so viel los wie im Sommer. Affen habe ich nur in Form von sehr hässlichen Plüschtieren entdeckt. darum auch hier, kein Souvenir.
 Ich stehe hier am Hafen, so wie im letzten Jahr auch, außer dass es jetzt eine große Baustelle beheimatet. Kosten: 15,- € pro Tag, Ver- und Entsorgung ist vorhanden sowie unzählige Deutsche. 

Bilder des Tages

15.12.2025

 Tag 55, nachdem ich mir Algodonales noch angeschaut habe, ist ein schönes und beschauliches Dörfchen, ging es zu meinem eigentlichen Ziel dieser Reise, Tarifa, der südlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Hier bin ich schon zum 10. Mal und es gefällt mir immer wieder. Jetzt im Dezember wirkt es aber mehr wie eine Geisterstadt, im Sommer ist hier die Hölle los, denn es ist die Windhauptstadt in Europa und hier treffen Mittelmeer auf Atlantik und Afrika liegt nur 11 km von hier entfernt. Ich stehe ich auf dem städtischen Stellplatz zentrumsnahe. Er hat alles außer Strom und kostet 15,- € für 24 Stunden. 
 Tarifa ladet zu kilometerlangen Spaziergänge am Strand ein und die Altstadt dieses ehemaligen Fischerdörfchens ist sehr schön und sehr historisch.
 Ich habe bewusst auf viele Kamerabilder verzichtet, denn von denen habe ich schon gefühlte tausende.
 
 Zum Thema Kuschelfraktion gab es hier mal wieder ein typisches Beispiel. Der Stellplatz hier ist groß, sehr groß, zu Spitzenzeiten passen hier rund 100 Wohnmobile auf den Platz, jetzt stehen gerade einmal zehn Mobile auf diesem.
 Ich hatte mich frei hingestellt, sprich rechts von mir keiner und links auch niemand. Dann kam er, der Elsässer mit der 67er Nummer und stellte sich tatsächlich 1,5 m links neben mich, sowas kann und will ich nicht verstehen, vor allem wenn der Platz so leer ist.
 Ich habe dann unser Mobil umgeparkt. Gegenüber kam dann jemand auf mich zu und hat auch nur mit dem Kopf geschüttelt und meinte ebenfalls dazu, dass sie sich auch umgestellt hätte.
 Ich habe nichts gegen nahes nebeneinanderstehen, dass mache ich auch, aber nur dann wenn es wirklich keine andere Möglichkeit mehr gibt und selbst da schaue ich das ein ordentlicher Abstand gegeben ist. 
Ab hier werde ich nun die Heimreise antreten, stresslos aber bestimmt.

14.12.2025

 Tag 54, nachdem ich mich noch mit meinem Nachbarn aus dem Osten unterhalten habe, das Paar lebt seit 4 Jahren in ihrem Kastenwagen, ging es ohne Nässe vom Himmel weiter Richtung Süden, also erstmal eher Richtung Osten, alles schön auf der Landstraße entlang, bis kurz vor Sevilla, da habe ich dann doch die Autobahn bevorzugt, denn durch die Stadt wollte ich nicht, denn da habe ich vor einigen Jahren mit einem PKW (Leihwagen) schon mal einen Außenspiegel ruiniert, wie gesagt, Leihwagen, also halb so wild.
 Einkaufen war ich auch mal wieder, diesmal bei DIA, irgendwie gefallen mir die Läden. 
 Nach fast vier Stunden on the Road bin ich dann in El Coronil angekommen, ein kleines Städtchen, etwas auf der Anhöhe aber bei angenehmen 20° C, die Leute in der Innenstadtsitzen draußen und genießen ihre Lebensqualität, es ist sauber, aufgeräumt, die öffentlichen WCs sind geputzt und ohne einen Andeutung von Schmierereien.
 ich stehe auf dem Wohnmobilstellplatz inmitten eines Parks in der Innenstadt, hat ein wenig was von Hauptfriedhof. Aber zu den Klängen von Flamenco aus der Bar oberhalb des Platzes verliet sich dieser Eindruck sehr schnell.
 Der Platz kostet nichts und hat Ver- und Entsorgung und eine WC-Anlage.
 So wie ich die Spanier kenne, wird die Musik sicher bis weit nach Mitternacht anhalten und mich in den Schlaf begleiten. 
Nachdem die Musik nicht nur lauter geworden ist, sondern auch die Klänge sich änderten, sprich aus Flamenco wurde harte Discosound, habe ich um kurz nach 18 Uhr den Platz verlassen und bin in die Dunkelheit zu einem anderen Stellplatz gefahren. 41 km weiter stehe ich in Algodonales, keine Ahnung wie es hier aussieht, denn es ist dunkel. 24 Stunden Standzeit kosten hier 5,- € Ver- und Entsorgung sind vorhanden so wie auch WCs. Und es ist ruhig.

13.12.2025

Tag 53, Ruhetag, Regentag, Waschtag, es regnet wie aus Eimern, gut die Natur braucht den Regen, ich jetzt weniger, aber ist halt so.
 Übrigens habe ich nichts gegen die arbeitende Bevölkerung, aber es kann einen schon ganz schön heftig aus dem Schlaf reißen, wenn morgens um 1.47 Uhr die Mülltonnen geleert werden, vor allem dann, wenn sich noch Glasflaschen dazwischen befinden, die den Weg zueinander finden. 

 

12.12.2025

 Tag 52, nach fast drei Wochen in Portugal überquerte ich die Grenze nach Spanien und bin in Andalusien. Die 136 km Fahrt ging durch ein wunderschönes Hinterland mit grandiosen Blicken auf Berge und in Täler, hier hätte ich noch stundenlang weiterfahren können. Portugal ist in jeglicher Hinsicht eine Reise wert und überzeugt in nahezu allem. Aber ich komme ja wieder, da ich nur temporär in Spanien bin. Mein Ziel Weihnachten in Tarifa zu verbringen, werde ich wohl kippen, denn da werde ich schon früher sein und somit die Feiertage wahrscheinlich in Portugal verbringen, an einem Ort, welches vor allem an Silvester ohne Feuerwerk auskommt, Lucky wird es mir danken.
 Für mich immer noch ungewohnt ist das Tanken hier in Spanien. bzw. es wird betankt, gestern hatte ich das Vergnügen von einer Tankfrau bedient worden zu sein. 
 Ich habe hier in Baes einen Stellplatz gefunden, der mit allem ausgestattet ist, inkl. Waschmaschine und Trockner, von 10 gezählten Camper sind immerhin 9 deutsche Mobile dabei. das ist das, was ich eigentlich nicht haben will, aber nun gut, ist jetzt halt so und da der Platz schön ist, bleibe ich auch zwei Nächte, denn zum einen muss ich Wäsche waschen und zum anderen soll es den ganzen tag regnen. Der Platz hier kostet die Nacht 17,- € 

11.12.2025

 Tag 51, in diesen 51 Tagen bin ich 5150 km gefahren, umgerechnet ist das pro Tag gar nicht mal so viel. In Benafim hatte ich eine sehr gute und sehr ruhige Nacht, selbst der hahn hinter meinem Wohnmobil hat mich bis um 5 Uhr schlafen gelassen, interessant auf dem Platz ist ja, dass von 8 Mobilen immerhin 5 aus Deutschland sind und von diesen 5 sind immerhin 4 wohl länger da. Sieht man ja immer wie diese sich auf dem Platz eingerichtet haben. Es ging also weiter, erstmal wieder ein Stück zurück und dann weiter in den Norden und demnach weiter in das Landesinnere. Nach einigen Kilometern Fahrt im Regen und vielen steilen und enge Kurven, bin ich in dem kleinen Örtchen Alcoutim angekommen, hier stehe ich am Grenzfluss Guadiana, mit Sicht auf Spanien, und zwar auf das gegenüberliegende Dörfchen Sanlúcar de Guadiana. Der Zeitunterschied könnte hier nicht viel witziger sein. Wenn hier die Glocken zur vollen Stunde läuten, dann läuten die Glocken auf der anderen Seite des Flusses eine Minute später einfach einmal mehr, sprich hier dreimal und da drüben viermal. Das Städtchen hier ist sehr nett, es gibt eine alte Burganlage, die natürlich genau dann zu hat, wenn ich schon mal da bin, also, ab in die kleine Kirche und ein paar Gassen durchstreifen und natürlich mal wieder an einem Wegweiser vom Jakobsweg vorbeigekommen.
 Der Stellplatz hier kostet nichts, dafür hat er Strom, Wasser und Abwasser umsonst dabei, im Sommer gibt es hier auch WCs und eine Dusche. Und was soll ich sagen, gleich nach mir kam ein Wohnmobil aus Stuttgart auf den Platz und stellte sich neben mich. Ich bräuchte es ja nicht aber nun ja. Gesehen habe ich die Kiste zumindest auch schon mal, den in Quitsch-Gelb fahren nicht so sonderlich viele herum, außer sie sind von DHL, aber da steht jetzt halt wu-tour.de drauf, also kein Bringdienst für Weihnachtspakete.
 Als nächstes gehts jetzt wieder nach Spanien, erklärtes Ziel ist ja Tarifa, der südlichste Punkt auf dem Europäischen Festland. Aber bis dahin habe ich noch ein wenig Zeit. 

 

10.12.2025

 Tag 50, mal wieder eine Nacht zum vergessen gehabt aber nun ja, ist halt so. Dennoch ging es Richtung Westen, denn ich wollte mir zwei Dinge ansehen, zum einen den südwestlichsten Zipfel Portugals und somit vom europäischen Festland und zum anderen die Bengali Höhle, die dann wieder etwas östlicher liegt. Zum Cabo de São Vicente ging es über 21 km von meinem Stellplatz aus. Sehr beeindruckend, nicht viel los und ein wenig windig, es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Bengali Höhle hingegen musste ich auslassen, da es verboten ist mit dem Wohnmobil auf den Parkplatz zu fahren, einen alternative war nicht ausgeschildert, somit ging es schneller als gedacht auf Stellplatzsuche. Jetzt merke ich so langsam, dass die Stellplätze weniger, aber dafür voller werden. Ich hatte mir einen ausgesucht, aber der war zur Mittagszeit schon voll, so wie auch ein angrenzender Parkplatz. Also, ab ins Landesinnere und da stehe ich nun, in Benafim. Ein kostenloser Stellplatz in den Bergen, etwas schräg und nur mit Keile zu nutzen aber dafür umsonst und ruhig und mit einer sehr schönen Aussicht. 
Ich habe mich heute endgültig dazu entschlossen mein Buch, welches ich in dieser Auszeit finalisieren wollte, nicht fertig zu stellen. Ich möchte abschließend meine Vergangenheit jetzt ruhen lassen.

09.12.2025

 Tag 49, ich bin in Budens auf einem Stellplatz mitten im Dorf, idyllisch würde ich sagen, der Strand ist 1,5 km von hier entfernt, Die Kosten liegen bei 12,- € ohne Strom, plus 1,- für den Hund, für mich sind zu viele Deutsche hier.
 Gut, der Wunschplatz war es sowieso nicht, es ist lediglich eine alternative gewesen. Der eigentliche Platz hat mir nicht gefallen, daneben gab es noch die Möglichkeit bei Lidl zu stehen aber der war mir dann definitiv zu eng. Aber es ist nur eine Zwischenstation Richtung Westen, von hier aus geht es an den sudwestlichsten Punkt in Portugal und dann schaue ich mal weiter, immer eins nach dem anderen, denn ich bin ja zum Glück Stresslos und ohne Zeitdruck unterwegs. 

08.12.2025

Tag 48, die Nacht war durchzogen von irgendwelchem Hundegebell im Dorf nebenan, dann endlich mal geschlafen und dann musste der eigene Hund im Wohnmobil heulen, wohl in seinen Träumen. Zumindest er hat länger geschlafen, meine Nacht war mal wieder um 2.17 Uhr vorbei, nun ja, jammern auf hohem Niveau. Also Kaffee kochen und ran an die Homepage, es ist ja keine verlorene Zeit. 
 Es war dann auch mal ein Lucky-Tag, das Fell musste mal wieder eine Bürste sehen und die riesige Auslauffläche wollte auch erkundet werden, dazu ein sehr langer Spaziergang durch das Hinterland, vorbei an stillgelegten Brunnen und Ruinen aus der neueren Zeit.
 Das Land Portugal ist wirklich sehr sehenswert, es hat ein unglaubliches Hinterland und überzeugt nicht nur durch den Atlantik und Form von, einerseits Ruhe und andererseits durch die rohe Macht von Wasser, sondern und vor allem durch die Freundlichkeit der Menschen, man fühlt sich hier einfach zu jeder Zeit herzlich willkommen. 

07.12.2025

Tag 47, über Umwege bin ich in São Brás de Alportel angekommen. Wobei es keine wirklichen Umwege waren, sondern einfach nur ein Weiterfahren, denn an dem Stellplatz wo ich bleiben wollte, hat es mir überhaupt nicht gefallen und somit bin ich auf der Straße geblieben. Und es war ein ganz besondere Straße, denn es ist die Estrada Nacional 2 (EN2), die längste Straße in Portugal und geht über 739 km quer durch das Land. Quasi die Route 66 von Portugal. Die Straße führt durch das Landesinnere und durchquert die beeindruckende Landschaft dieses Landes. Da diese Straße sehr kurvenreich und schmal gebaut ist, ist es auch nicht möglich sonderlich schnell zu fahren. Hier ist Entschleunigung entstanden.
 Am Morgen bin ich nochmals bei besten Lichtverhältnissen und einem sehr schönen Sonnenaufgang durch die Mine gelaufen, sehr beeindruckend.

Auf dem jetzigen Stellplatz bleibe ich zwei Nächte, denn der Platz verfügt nicht nur über alles was der Camper will und braucht und das für 14,- € die Nacht, er hat auch eine riesige Auslaufzone für die Vierbeiner, das ist richtig gut gemacht und die Pelznase freut sich über viel Schnüffelaktivität und den Freilauf. Ein toller Platz.

06.12.2025

Tag 46, zumindest war die letzte Nacht sehr ruhig, kein Ton, kein Wind und fast kein Regen, somit konnte ich entspannt meine geplanten 178 km zu meinem nächsten Spot fahren. Ich ersparte mir dieses Mal die Fahrt durch die Innenstadt von Lissabon, gut, ein Ausrutscher war dabei aber dieser war sehr übersichtlich und nach ein paar Kilometer wieder korrigiert. Der Höhepunkt war die Fahrt über die längste Brücke in Europa, die Vasco-da-Gama-Brücke, 17,2 km lang und mautfrei, zumindest wenn man von Lissabon rausfährt, in die andere Richtung kostet die Überfahrt 3,20 €. Es war schon ein tolles Gefühl.
 Jetzt stehe ich auf einem kostenlosen, mit Strom, Wasser und Abwasser bestücktem Stellplatz in Grandola. Etwas im Landesinnere aber genauso schön wie am Meer. Zu Fuß ist man in fünf Minuten an einem ehemaligen Bergwerk, in dem im letzten Jahrhundert Erz abgebaut wurde. Der Stollen ist 500 m tief und hat 44 Gänge. 1966 wurde die Mine ohne weitere Aufräumarbeiten verlassen und seinem Schicksal übergeben. Ein Holzweg führt durch den Bergbau und man hat das Gefühl irgendwo im Nirgendwo zu sein. 
 Ich persönlich finde es großartig, dass man solche Orte nicht einfach zuschüttet, sondern den Interessierten so präsentiert wie der Zahn der Zeit daran genagt hat. 

05.12.2025

Tag 45, der Platz hier ist so schön und ruhig, dass ist schon richtig gut. Und da es Waschmaschinen und Trockner gibt, habe ich auch gleich die Gunst der Stunde genutzt meine Wäsche zu waschen, mit 6,- € pro Maschine nicht ganz so gunstig aber dafür ist die Programmierung kindersicher und auf Deutsch. Toller Service.
 Da ich auf einem Sandplatz stehe, verzichtete auf die restliche Hausarbeit, wie rausfegen, das mache ich bei der Abfahrt, wenn ich auf einem trockenem Untergrund stehe, der wenn möglich auch noch mit Teer bestückt ist.
 Ansonsten habe ich den Tag genutzt, um "stundenlang" an der Küste zu laufen und mich hier und da vom Atlantik nass spritzen zu lassen, aber bei Temperaturen um die 18° C ist das alles im grünen Bereich. 

04.12.2025

 Tag 44, nach einer sehr stürmischen Nacht mit viel regen, ging es an den westlichsten Punkt auf dem europäischen Festland, Cabo da Roca, abgesehen davon, dass die Anfahrt schon "sehr interessant" war, war das Ereignis als solches sehr übersichtlich. Ein großer Parkplatz, ein Gitarrenspieler, ein Ananasverkäufer, ein Kreuz und ganz viele Japaner. Also wieder mal ein paar Bilder gemacht, und diesen Besichtigungspunkt unter erledigt abgehackt. 
 Doch zuvor hatte ich noch einen schönen und alleinigen Spaziergang in den Sonnenaufgang.
 Nun stehe ich zum ersten Mal auf einem Campingplatz. Also, nachdem die halbe Camper Welt immer schreit, dass es auf den Plätzen in Portugal im Winter keinen Platz mehr gibt, ist dieser hier aber ganz schön leer. Ich bin auf dem CP Orbitur Guincho in Cascais, direkt neben einer Düne mit unendlichen Laufmetern als Holzwegen, naturbelassen, einfach schön. Die Nacht kostet hier mit einer Nase und einer Hundeschnauze knapp 24,- € dafür ist alles dabei, inkl. der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter hier. Und es ist absolut ruhig, also bis auf das Meeresrauschen. Hier bleibe ich auf jeden Fall mal zwei Nächte, da ich dringend Wäsche waschen muss. 

03.12.2025

Tag 43, dann habe ich den zweiten Versuch gestartet und bin nach Óbidos gefahren, um mir das Castelo de Óbidos anzusehen, denn die Stadt und die Mauer drum herum wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut. Die Stadtmauer ist ringsherum begehbar, schmal und nahezu ohne Absicherung, schwindelfrei sollte man da schon sein, also eigentlich gar nichts für mich aber sei es drum, wenn ich schon hier bin, dann lauf ich auch drum herum. Am Vortag war die Stsdt ja unerreichbar voll, demnach wollte ich schon früh da sein und mir auf dem Stellplatz noch ein schönes Plätzchen ergattern. Meine Abfahrt verzögerte sich aber schon allein deswegen, weil ich die Ostallgäuer von vor drei Wochen getroffen habe und um einen Plausch nicht drumherum kam.
 Also, später losgefahren, in Óbidos angekommen, musste ich feststellen, dass der Stellplatz an alter Stelle nicht mehr existiert und der Ausweichplatz für Wohnmobile nicht nur an der viel befahrenen Hauptstraße liegt, sondern auch noch sehr schräg ist. Gut, gib dem Platz eine Chance, für eine Nacht wird es gehen. Ab in die Altstadt gelaufen und schon am Eingang wurde ich von großen Möchtegern Disney-Figuren begrüßt. Auch das ging noch so gerade aber, dann kamen sie, die Japaner im Massenpulk mit Handy, Kamera und Selfiesticks und es war erst 10 Uhr am Vormittag. Gut mauer hoch, einmal drum herum, mauer runter, durch die halbe Altstadt zurück, rechts und links Weihanchts-Schnick-Schnack, Weihnachtsmusik aus unzähligen Lautsprechern. Schade für so ein historisches Örtchen. Zurück zum Wohnmobil, der Platz wurde nicht besser also Rückwärtsgang rein und weiter ging es. Die nächste Stadt versprach mit einem guten Stellplatz zu punkten. Auch hier wieder, zum einen war der voll und zum anderen alles andere als um eine Nacht zu verbringen. Also stehe ich jetzt wieder am Meer, an einem netten kleinen Spot in Silveira, hier stehen noch vier andere Wohnmobile. Es ist nichts los hier, muss aber aufgrund des superschönen Sandstrand im Sommer etwas voller sein. Neben mir steht ein Pärchen aus Steinen bei Lörrach und wie soll es anders sein, ein einstündiger Plausch im Atlantikwind ließ sich nicht vermeiden. 
 Und so kam dann zu dem sehr starken Wind auch noch der Regen dazu, so sieht Weltuntergang am Atlantik aus. Aber es ist geil. 

02.12.2025

 Tag 42, Fatima stand so überhaupt nicht auf meiner Liste, aber irgendwie bin ich nochmal darüber gestolpert und habe gesehen, dass ich nur rund 35 km von dieser heiligen Stätte entfernt stehe und nachdem mir ein Mitcamper auch noch gesagt hatte, dass es einen Stellplatz direkt neben dem großen Platz hat, habe ich mich innerlich überreden lassen die nächste Nacht dort zu verbringen. Gut, soweit der Plan. Also hingefahren, geparkt, die Keile unter die Reifen, mir den großen Platz, die Kirche, Fatima und die tausende von Leuten mir angeschaut, Bilder gemacht, eine Rund über den Platz gelaufen, die Enge und den Lärm mir in der Kirche angeschaut, zurück zum Wohnmobil, Stellplatz für nicht gut befunden, Keile unter den Reifen wieder entfernt und mich Richtung meines ursprünglichen Ziels aufgemacht. Also auf zum Castelo de Óbidos nach Óbidos, liegt ein paar Kilometer weiter südlich von Fatima und was soll ich sagen, dort habe ich nicht mal mehr einen Parkplatz gefunden, denn in Portugal war Feiertag und halb Portugal war entweder hier oder in Fatima. Die Burganlage sieht beim Vorbei fahren schon sehr imposant aus. Also nur aufgeschoben. Also dann suchte ich weiter nach einer Übernachtungsmöglichkeit. In Peniche habe ich einen gefunden, hingefahren, ausgestiegen, einmal über den "Gefängnishof" gelaufen, so hatte ich zumindest den Eindruck, eingestiegen und weiter ging es auf der Suche nach einem Plätzchen für die Nacht. Ca. 6 km weiter habe ich dann dank einer meiner Apps einen gefunden. Also habe ich das Städtchen Atouguia da Baleia angefahren, dort ist ein kostenloser Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, den Strand findet man 10 Minuten zu Fuß in westlicher Richtung, viel gibt es hier nicht, aber ich möchte ja auch nur über Nacht bleiben. 

01.12.2025

Tag 41, gestern ging es auch nur über gerade einmal 32 km und das Ganze ging leicht in den Norden zurück und dafür in das Landesinnere, denn ich wollte mir die größte Kathedrale in Portugal anschauen und somit bin ich in Alcobaça gelandet, die Kathedrale ist um die 900 Jahre alt und ist wirklich groß, alles in allem habe ich über zwei Stunden darin verbracht, denn hier war noch ein Kloster mit dabei und die unendlich vielen Hinterräume wollen ja auch angeschaut werden. Was mich sehr fasziniert hat, ist die Schlichtheit, kein unnötiges Tamtam und Gold ohne Ende, nein, einfach nur schön und minimalistisch. Gut, vom eintritt mal abgesehen, denn der schlägt mit 15,- € schon recht zu Buche. Dafür kostet der Stellplatz aber nichts und der liegt in einer Parkanlage und gerade einmal 300 m vom Kern der Stadt entfernt. Strom, Wasser und Abwasser sowie WiFi sind kostenlos vorhanden, man muss nur ein wenig Glück haben einen Platz zu bekommen, denn viele hat es hier nicht. 
 Dafür habe ich den Öhringer aus Santiago wieder hier getroffen. Das nächste mal schaue ich, dass ich von ihm nicht gesehen werde. Neben mir steht ein Norddeutscher Alleireisender, mit dem habe ich mich dann auch zeitlicher verquatscht, aber dafür habe ich auch wieder die ein oder andere Idee mit auf den Weg mitbekommen. 

30.11.2025

 Tag 40, insgesamt bin ich in den letzten 40 Tagen 4.100 km gefahren und stand an 26 unterschiedlichen Spots. Tempo rausnehmen und noch mehr entschleunigen. 
 So stand ich auch hier wieder zwei Nächte und es hat sich einmal mehr gelohnt. Es ist landschaftlich einfach wunderschön, schon alleine der Anblick, wenn sich die Lagune mit Wasser füllt und das aus unterschiedlichen Höhen und Perspektiven. Es ist einfach so schön was die Natur alles kann und macht.
 Die Portugiesen sind in meinen Augen auch die Weltmeister im Holzwegebau. Egal wo und wie das Gelände ist, die Holzwege sind immer da und für mich ist das wirklich künstlerisch. 
 Ich habe hier die Magdeburger wider getroffen, die ich schon aus Santiago kenne und dazu kamen ein älteres Pärchen aus Ratzeburg, diese erwähnten einen Stellplatz in Denia, der zwar etwas außerhalb liegt aber sie waren begeistert und werden den wohl auch nochmal ansteuern. So komme ich immer mal wieder an neue Infos. 

29.11.2025

 Tag 39, nach ca.100 km durch schönste Landschaften, kilometerlange gerade Straßen, nur unterbrochen durch Kreisverkehre und atemberaubende Blicke über Steilküsten auf den Atlantik bin ich in Foz do Arelho angekommen. Der Ort liegt an einer Lagune und ist ein traumhaft schön. Ich stehe hier auf dem Stellplatz in der ersten Reihe mit Blick auf das Wasser, schöner geht fast nicht. Und das für 7,- €, mit Strom 10,- €, aber da ich ja stromunabhängig bin, gönne ich mir lieber die erste Reihe als mi Stromanschluss in der dritten Reihe stehen zu müssen. Der Platz hat ebenso alles was man braucht oder auch nicht braucht, ein wenig veraltet und vermüllt aber ansonsten absolut ok. Vor allem der Mensch am Empfang ist superfreundlich und hilfsbereit, so wie die Portugiesen ebenso sind. Als ich gestern in Lavos abgefahren bin, wurde ich beim Entleeren meines Grauwassers von einem Einheimischen sogar auf Deutsch begrüßt. Ach, wären nur die Hälfte der Deutschen so, dann wäre die Welt um das Doppelte schöner.
 Auf dem Weg hierher machte ich immer mal wieder einen Zwischenhalt, um einfach die Natur und die Blicke in mich aufzunehmen und Dankbar zu sein, diese schöne Zeit für mich zu haben. 

28.11.2025

 Tag 38, nach 50 km bin ich gestern in Lavos angekommen. Ich denke immer mal wieder darüber nach wie langweilig doch Strände sein können, aber wieder einmal musste ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen. nachdem ich vier Kilometer, in die eine und vier Kilometer in die andere Richtung gelaufen bin, bin ich eher der Überzeugung das jeder irgendwie anders ist. vor allem dieser hier. es ist ein absoluter Traum ohne Menschen hier stundenlang zu Laufen und seinen eigenen Gedanken nachzukommen. Unvergesslich.
 Der Ort selbst ist uninteressant und nicht weiter nennenswert. Mir geht es ja vor allem darum abseits der Menschenmassen zu halten und der Natur freien Lauf zu gewähren. Aber Ausnahmen gibt es ja immer.
 Als ich auf den Platz gefahren bin, wurde ich von dem Flensburger Wohnmobilisten empfangen, den ich erst vor zwei Tagen in Viar kennen gelernt habe, er ging und ich kam.
 Der Platz hier wird von Camping Park betreut, diese lernte ich in Le Puy schon kennen, hier kommt man nur mit einer Karte oder einer App drauf, habe ich ja seit Frankreich. Diese ist in ganz Europa gültig. 
 Die Lage des Platzes ist sehr gut, er liegt unmittelbar am Strand, hat Strom, Wasser und Abwasser, eine typische portugiesische Toilette und ist relativ gerade, nachts hört man das Meer. Für eine Nacht legt man 10,- € hin, das ist für die Lage am Strand mit Strom absolut ok. Mit mir zusammen stehen noch sechs andere Mobile hier, also von Überfüllung kann keine Rede sein. 
 

Ich habe dann noch ein wenig am Wohnmobil gebastelt, Der Vorhang im Fahrerhaus brauchte neue Gleiter, die Stützen ein wenig Öl, ausfegen und Staubsaugen waren auch mal wieder notwendig mit all dem Sand aus den letzten Tagen, auch die Fenster innen und außen brauchten mal wieder etwas Glasreiniger. Dann schaute ich mir den Inhalt meiner Gasflasche an und war über meine Sparsamkeit sehr positiv angetan. In fünf Wochen hatte ich nur einen Verbrauch von drei kg. Wenn ich so weiter mache, dann transportiere ich eine ganz volle Gasflasche einfach wieder mit nach Hause. 

27.11.2025

 Tag 37, Praia de Mira ist ebenso ein Dorf, welches im Sommer vom Touristen lebt und in der Nebensaison den Strand für sich allein hat. Kilometerlanger Sandstrand, zwischen Meer und Düne ladt zu unendlich langen Spaziergänge ein, das ist schon sehr faszinierend, vor allem ohne andere Menschen zu sehen, ganz allein, einfach Me-Time. 
 Der Ort liegt nur 70 km südlicher von meinem letzten Ort, den ich normaler nicht verlassen hätte, da dieser schon der Hammer war. Abgesehen davon hatte ich gestern dann noch sehr interessante Gespräche mit einem Flensburger, der auf dem Weg Richtung Fuerteventura ist und noch so keine Ahnung hatte wie und wann er eine Fähre bekommt und einem Cottbuser, der im Berner Oberland zuhause ist und zwei Monate im Jahr in seinem Hymer Mobil aus dem Jahr 1986 in Viar lebt, da seine Tochter hier zuhause ist, beides wie so oft, allein reisende Männer. 
 Aber meine Wäsche schrie nach einer Waschmaschine.
 

Hier der Stellplatz ist ca. 25 Minuten vom Strand und der Innenstadt zu Fuß entfernt, er hat alles was man braucht, vor allem eine Waschmaschine und einen Trockner. Meine Wäsche habe ich nach meinem Ausflug an das Meer von der Betreiberin sogar zusammengelegt an meinen Platz getragen bekommen, ein Service, den man sich gerne gefallen lässt aber sicher nicht der Standard ist, aber das ist Portugal, die Menschen sind einfach sehr freundlich und sehr hilfsbereit.

Liegt vielleicht auch daran, dass ich allein auf diesem Stellplatz stehe.
 Der Platz ist absolut sauber, die Duschen und WCs top Wasser und Strom am Platz und mit dem Hund ist man auf den jeweiligen Seiten sofort in einem Park. Kostenpunkt: 13,50 € inkl. Strom, Waschen 5,- €, Trockner 5,- €. Der Platz ist geschottert ud ganz wichtig, er ist eben. Wie geschrieben, ich stehe allein hier, demnach ist es auch sehr ruhig, und die Straße nebenan ist nachts nicht zu hören, demnach war auch der Schlaf erholsam. 

26.11.2025

 Tag 36, ich bin in Ovar geblieben, denn die Wolken und der Regen haben sich verzogen und die Sonne hat ihr ganzes Strahlen gezeigt und da ich nur einige Meter vom Strand weg stehe, dachte ich an einen Ruhetag mit viel Laufen und die Pelznase konnte sich am Strand mal wieder so richtig austoben. 
 Es war dann mal wieder Zeit, um einiges an Postkartenbilder zu schießen. Kitschig aber echt traumhaft.
 Die Nacht war ruhig, also bis auf das Meeresrauschen und hier und da ein wenig Wind. 

25.11.2025

 Tag 35 nach 110 km bin ich in Ovar angekommen. für diese 110 km benötigte ich doch tatsächlich fast vier Stunden. Zum einen hat es die ganze Fahrt über durchgeregnet, was das Fahren nicht sonderlich leichter machte. Dazu kam die Einstellung im Navi. Keine Maut und keine Autobahn und das Ganze mittendurch, durch Porto, kleine Straßen, eng, mit Fahrbahnen, wo ich denke das die Wüste besser geteert ist. Mir hat mein SunnyBay ganz schön leidgetan, aber er hat es wirklich klasse gemacht. Also, rund 80 km Rumpelstrecke. Aber dennoch macht das Fahren in Portugal wirklich auch Spaß und es ist entspannt, kein Hupen, kein Dängeln, auch wenn man nur mal mit 30 oder 40 durch die Dörfer fährt. Dazwischen habe ich bei ALDI noch eingekauft, und es ist ein sehr komisches Gefühl, wenn man von einem Parkplatz mit Palmen in Strandnähe direkt die Weihnachtsmusik im Laden hört und das bei T-Shirt Temperatur. Und nun stehe ich hier am Atlantik, nur von einer Düne getrennt, es ist windig, aber ich höre die Brandung, denn hier ist der Atlantik kein so ruhiger Kindergarten wie weiter im Norden. Der Ort selbst hat viele Cafés und Restaurants, wobei alles sehr verwaist ist. Auch hier wird im Sommer die Hölle los sein.
 Der Platz hier hat nichts, gar nichts, dafür kostet er auch nichts. 

24.11.2025

Tag 34, gelandet bin ich gestern in Viana do Castelo, allerdings mit einem nicht geplanten Umweg, denn ich wollte ursprünglich nach Esposende. Dort gibt es einen großen, ruhigen und kostenlosen Stellplatz am Rande der Stadt. Dort hatte ich auch schon ein schönes Plätzchen für die Nacht gefunden, habe mich dann auf Erkundungstour an den Atlantik aufgemacht, vorbei an einer SB-Wäscherei. Da hatte ich kurz den Gedanken darüber verloren, meinen Wäschekorb mal wieder zu entleeren, tja wenn, wenn dann nicht der Regen kam und ich zurück an das Wohnmobil gegangen wäre. Zwar noch immer den Gedanken daran, wunderte ich mich dennoch über die langsame Leerung des Stellplatzes, gut es war Sonntag und viele nutzen das Wochenende für Ausflüge, aber es wunderte mich dennoch. Also nochmal kurz Google bemüht mir weitere Auskünfte über den Platz zu offenbaren und die Erkenntnis mir zu geben, dass das Parken und Übernachten an Markttagen und die nacht davor nicht gestattet ist, Mehr Infos dazu stehen dazu an der Einfahrt zu diesem Platz. Und natürlich, das Schild dort gab mir den Hinweis, dass am folgenden Tag Markttag ist. Und wieder fragte ich Google. 20 km Richtung Norden ist ein Stellplatz direkt im Hafenbereich, nun ja, dann schauen wir uns das mal an. Es war auch schon eine Stunde vor Sonnenuntergang, also ein wenig aufs Gas gedrückt und tatsächlich einen schönen Platz im Wind ergattert und daher stehe ich jetzt hier. Kostenlos und bis auf Strom und WiFi alles dabei, vielen Dank an die Stadt.

Esposende

Esposende

Esposende

Esposende

Esposende

Viana do Castelo

Viana do Castelo

Viana do Castelo

Viana do Castelo

33 TAGE  VANLIFE

 Was ist in diesen 33 Tagen als Vanlifer alles passiert, was habe ich gemacht, was habe ich gesehen, was ist der Unterschied zum "normalen" Leben?
 
 Puh, viele Fragen und wer fragt, der bekommt auch Antworten.
 
 In erster Linie ist es ein sehr großer Unterschied ob man in einer Wohnung mit 100 qm wohnt oder sich das Wohnmobil auf rund 10 qm mit seinem Hund teilen muss, wobei zu sagen ist, dass die Pelznase noch am wenigsten Platz weg nimmt, er aber doch hier und da mal im Weg herum liegt und ihn daran erinnern muss, dass er "seinen" Platz einnehmen soll, denn an seinen Platz komme ich nicht dran, somit haben wir ausgeglichene Platzverhältnisse.
 
 Der Rest des Lebens im Caravan ist dann doch fast gleich, außer das man sich möglichst einen erlaubten und sicheren Stellplatz suchen muss und sollte. Das habe ich nunmehr jeden Tag, bzw. jede Nacht hinbekommen, zum Teil waren es Stellplätze, die alles an Annehmlichkeiten hatten, zum Teil waren es einfach Freiflächen, die nichts zu bieten hatten aber wer alles an Bord hat, der braucht auch keine tägliche Infrastruktur. Insbesondere bin ich glücklich darüber mir vor Reisebeginn noch eine Powerstation verbaut habe. An dieser sind zwei kleine Luxusartikel verbaut, zum einen mein Laptop und zum anderen meine kleine Reisekaffeemaschine, denn diese liefert nicht nur Kaffee, sondern auch noch heißes Wasser für den ein oder anderen "schnellen" Kaffee oder am Abend für einen Tee. Denn von vornerein wollte ich mit meinen Gasreserven schonend umgehen und dazu ist das schon einmal sehr gewinnbringend, denn die Powerstation ladet sich an den beiden Solarzellen auf dem Dach wieder auf oder ber wenn ich am Landstrom hänge. Dass ist wiederum auch wichtig, da ich damit meinen Kühlschrank betreiben kann, stehe ich autark, muss dieser via Gas am Laufen gehalten werden.
 
 Mit dem Frisch- und Abwasser hatte ich bis anhin keine Sorgen, denn hierfür sind nahezu an jedem Eck in Frankreich und Spanien, sowie jetzt auch in Portugal Stationen vorhanden, sehr oft, nein, bis jetzt waren das immer kostenlose Dinge, die ich sehr gerne mitgenommen habe, dazu zählt auch die Entleerung der Toilette.
 Den besten Platz hatte ich bisher in Portugal und zwar gleich der Erste, zwar im bergigen Hinterland, doch dafür alles kostenlos, inkl. Strom und Internet mit vollem Ausschlag und einer top Geschwindigkeit, vermutlich von der EU bezahlt nur einem Deutschen und sonst nur super nette Einheimische.

Aber auch das Kochen hält sich sehr in Grenzen, bis anhin hatte ich den Gasherd doch schon fünf Mal im Gebrauch, die restlichen Mahlzeiten gab es in diversen Supermärkte zu recht günstigen Preisen. Ich sehe schon, ich spare so viel Gas, dass ich wahrscheinlich wieder eine ganz volle Flasche mit nach Hause bringen werde.
 
Wäsche waschen ist auch immer mal wieder eine Herausforderung, aber das ist ein minimales lösbares Problem, außer man bräuchte dann mal eine Waschmaschine und einen Wäschetrockner und hat gerade keine irgendwo zur Verfügung oder an mehreren Orten hintereinander sind diese da und man braucht sie nicht. Bis jetzt hat es aber immer irgendwie gepasst und es ist mir nichts ausgegangen.


Die Hygiene lässt für mich auch keinen Wunsch offen, wenn ein Stellplatz nicht gerade eine Dusche hat, dann nehme ich die eigene Dusche im Wohnmobil, dass ist hier und da zwar etwas beengt und ich muss das Eine oder das andere vorher und nachher umräumen aber es geht und ist jammern auf ganz hohem Niveau. Nichtsdestotrotz bezahle ich aber auch sehr gerne für fünf Minuten warmen Wasser auch mal 1,- € und bei manchen Duschen ist das absolut in Ordnung und erfüllt seinen Zweck.
 
Was hier und da immer wieder ein wenig Überwindung benötigt, ist das Arbeiten, bzw. die gewollten Dinge auf die Kette zu bekommen. Dazu zählt zum einen dieser Reisebericht, bzw. Blog und zum anderen das Finalisieren meines Buches, welches schon seit nunmehr sieben Jahre auf seine Vollendung wartet und ich dieses Projekt ganz oben auf meine Fahne geschrieben habe in meiner ME-Time zu beenden. Aber ich denke das es hierzu einen etwas längeren Anlauf braucht, denn die anderen Umstände des Um-Lebens muss ja auch erst einmal gelernt werden.
Dazu zählt übrigens auch das Schlafen. Ich hatte bis anhin immer ruhige bis sehr ruhige Plätze, schaffte aber nie über die 4.30 Uhr hin auszuschlafen, was wiederum nicht ganz so schlimm ist, denn dann habe ich morgens etwas schneller mein "Tagebuch" geschrieben und online gestellt. Doch wenn man in eine andere Zeitzone fährt, wie von Spanien nach Portugal, dann kommt nochmal eine Stunde am Tage obendrauf und das wiederum ist dann doch ganz schön hart am Limit ist, damit ich nicht schon abends um 19 Uhr ins Bett falle.

23.11.2025

Tag 33, ich bin in Paredes de Coura angekommen und somit bin ich in Portugal und der Tag hat eine Stunde mehr. Da wollte ich zwar überhaupt nicht hin, also nach Portugal schon, aber die Umstände meiner ursprünglich geplante Nacht wurde durch irgendeine Veranstaltung komplett über den Haufen geworfen, also, neue Suche und vo 0m über dem  Meeresspiegel ging es auf 432 m über dem Meeresspiegel auf hübschen und engen hoch und runter Straßen.
Die letzte Nacht zwischen der Straße und dem Gehweg war erstaunlich ruhig. ZUm Glück hatte ich am Abend schon die Heizung angestellt, denn am Morgen zeigte das Thermometer ordendliche 4° C an.
Der Ort hier ist sehr übersichtlich aber hat eine Menge an Läden und sonstige Einrichtungen, auch eine Radsportveranstaltung war gerade am Laufen als ich hier ankam.
Schade das ich ein wenig zu spät in die Stadt kam, denn der Wochenmarkt war bereits schon dabei abgebaut zu werden. Der Stellplatz selbst kostet nichts und hat sogar kostenlosen Strom dabei, plus Ver- und Entsorgung und kostenloses WiFi. 
Neben noch einem "typischen" Deutschen, stehen hier nur absolut freundliche Portugiesen. 
Auf meinem Jakobsweg vor sieben Jahren ist mir schon aufgefallen wie freundlich und hilfsbereit die Bürger hier sind und es hat sich nichts geändert.
Bei meinem Stadtrundgang konnte ich auch einiges an Historischem sehen, darunter eine Kirche aus dem Jahr 1276. Die Aussicht ist klasse und man hat einen herrlichen Blick in die Berge und das Tal.

22.11.2025

Tag 32, wenn ich von der Örtlichkeit ausgehen würde, wäre ich an dem Platz einfach stehen geblieben, hier stimmte einfach alles, vor allem der Blick. herrlich. aber es gibt ja noch mehr zu entdecken, also ging es wieder weiter. 
Der Betreiber des Platzes gab mir den Tipp einen Abstecher zu einer Ausgrabungsstätte aus der Eisenzeit zu machen und was soll ich sagen, WOW, das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das 1933 entdeckte, 23.000 m² große eisenzeitliche Castro de Baroña liegt südlich von Porto do Son in Galicien in Spanien. Es wurde 1984 ausgegraben und ist als Kulturerbe geschützt. Beeindruckend. Weiter ging es Richtung Sanxenxo, in langsamen Schritten Richtung Portugal. Der Stellplatz dort sah zwar nicht schlecht aus, bis auf drei ganzjährige Unterkünfte war aber keiner da und wohlgefühlt habe ich mich auch nicht, obwohl er alle Annehmlichkeiten hatte. Und wenn das Gefühl nichts taugt, dann ist es besser einfach weiterzufahren.
Also, demnach war mein Tagesziel noch nicht erreicht, der nächste Platz, der für mich in Frage kam war ein Caravanplatz in Vigo, also zottelte ich über die Landstraße überwiegend am Meer entlang. In der Ortschaft Poio, das ist ein Vorort von Pontevedra, sah ich ein Schild mit dem Zeichen einer End- und Versorgungsstation und da ich auf diesem Trip gelernt habe, dass es zu diesen Schildern meist auch einen Platz zum Übernachten gibt, folgte ich diesem Hinweis. Und was soll ich sagen? Alles richtig gemacht und kostet nichts. Direkt nebenan ist eine sehr schöne Parkanlage und daran grenzt schon das Meer und das Ganze passend zum Sonnenuntergang in westlicher Richtung. 

21.11.2025

 Tag 31, wenn man mit so einem Bild vom Tag verabschiedet wird, dann ist die Welt doch einfach nur schön und ich denke das ich genau den richtigen Platz gefunden habe, eben, einfach unbezahlbar.
Bei dieser Sicht auf Sonne und Meer habe ich einen Strandtag eingelegt, denn zu dem Blick kamen auch noch verwaiste und somit einsame Strände dazu, die ich für weitere Spaziergänge mit und ohne meine Fellnase nutzte. Das Wetter hat mir hierzu in die Karten gespielt und hat mich auch mal wieder aufgefordert den Liegestuhl aus der Heckgarage zu holen und den Hund zum Entlüften vor das Wohnmobil zu setzten. Natürlich kamen die Gespräche mit den einen und mit den anderen auch nicht zu kurz, denn von fünf Wohnmobilisten waren immer hin alles Deutsche, wen wunderts?
 
Das kleine Fischerdorf ist um diese Jahreszeit komplett verwaist und am frühen Morgen fühlt man sich in einer Geisterstadt, was ja nicht so schlecht ist, wenn man seine Ruhe haben will. Der Hafen und die zu teil alten Fischerboote laden zum Träumen ein und entschleunigen den eigenen Tagesablauf. Ich denke das es genau die richtige Jahreszeit ist um wirklich alles um sich herum zu vergessen und sich selbst zu resetten. 

20.11.2025

Tag 30, mal wieder on Tour, auf dem Plan stand Muxia, da wollte ich ursprünglich auch eine Nacht verbringen, aber nachdem ich feststellen musste, wie langweilig ein Ort ist wo man schon einige male war, machte ich lediglich einen Abstecher dorthin, denn hinfahren wollte ich auf jeden Fall. Also, zum Leuchtturm durch die enge Gasse, die ich schon als Pilger duzende Male durchgelaufen bin, einen Abstecher in die Kirche gemacht und weiter ging es.
 Einige Kilometer weiter befindet sich der westlichste Punkt auf dem spanischen Festland, Cabo Touriñán, also über enge Straßen zum nächsten Leuchtturm und das dortige alleine sein für einige Momente genossen. Es ist schon gro0artig zu wissen wie nahe man hier an Amerika steht, :-) 
Nachdem ich dann noch meine Vorräte aufgefüllt habe, ging es zu meinem Ziel nach Portosin, ein kleiner Ort am Atlantik in einer Bucht und mal wieder an einem Jakobsweg, ich denke das es der Küstenweg von Porto ist. Auf einer Anhöhe liegt dieser sehr schöne und gepflegte Platz, kostet 12,- € die Nacht, Strom 4,- €, Dusche 1,- € und der Blick, unbezahlbar. In wenigen Minuten ist man an den Strand gelaufen, der um diese Jahreszeit fast leer ist, würde man da nicht die Menschen treffen, die letzte Woche schon auf dem Platz in Valdoviño neben mir standen, zum einen die super nette Familie, die sich mit den Kids ein Jahr Auszeit gönnen, die stehen auf dem gleichen Platz und ein weitere Ehepaar, die ebenso einige Monate ihren Arbeitsplatz in das Wohnmobil verlegt haben, die haben sich am Strand eingerichtet, denn der Ort ist in der Nebensaison ausgestorben.
Die Betreiber des Platzes hier sind sehr freundlich und zeigten mir einige Sehenswürdigkeiten, die ich wohl noch erlaufen sollte, zumindest bleibe ich bei dieser Aussicht zwei Nächte, ich habe ja keine Eile und das Wetter spielt auch mit, nicht sonderlich warm aber dafür trocken.

Portosin

Muxia

Muxia

 Cabo Touriñán 

Portosin

Muxia

Portosin

Portosin

Muxia

Cabo Touriñán

19.11.2025

Tag 29, anfangs war die Nacht gut, mit zwei oder drei Unterbrechungen sah es nach ausschlafen aus, tja wenn da nicht um 4.30 Uhr ein kurzer Stromunterbruch gewesen wäre, was meinem Kühlschrank Anlass gab sich darüber zu beschweren und der Piepser los ging. Also aufgestanden, resettet, Strom war sofort wieder da, nun ja, wenn ich schon auf bin, kann ich auch gleich die Kaffeemaschine anmachen. Und wieder war meine Nacht vorzeitig beendet. Aber es gibt sicher schlimmeres.
Am Vormittag ging es dann zum vorerst letzten Mal in die Altstadt von Santiago de Compostela, dort wollte ich eine Christbaumkugel kaufen, welche ich am Vortag schon einmal in der kathedrale gesehen hatte, mir aber nicht sicher war, ob diese ins Womo passt. Nachdem ich das benötigte Plätzchen gefunden habe, war diese Kugel dann meine.
 
Und da es auf dem Platz hier Waschmaschine und Trockner gibt, machte ich aus dem Mittag einen Wasch- und Putztag, denn das Wetter spielte anfangs noch mit.
Wasser habe ich bei der Gelegenheit auch gleich aufgefüllt, da ein Wasseranschluss direkt hinter meinem Standplatz steht, dann muss ich das nicht am nächsten Tag machen.
 
Morgen geht es dann nach Muxia, auch da freue ich mich auf ein Wiedersehen in dem kleinen und berühmten Dorf am Atlantik. 

18.11.2025

Tag 28, heute vor vier Wochen bin ich zu meiner Auszeit los gefahren. Ich habe schon eine ganze menge gesehen und mich mit vielen Menschen unterhalten dürfen, was für sich genommen schon wirklich ein Erlebnis ist. Aber ich merke natürlich auch, dass die Zeit dahin rast und jetzt schon 1/3 der Zeit schon rum ist. Ich merke das ich mich immer mehr Entschleunige und versuche noch mehr Gelassenheit zu bekommen., was manchmal nicht ganz so einfach ist, denn dafür bin ich nicht und war ich noch nie der mensch dazu aber es wird, mal schauen wie lange das später anhalten wird.
Die nacht hier war einmal mehr absolut ruhig, dennoch ist auch diese Nacht bereits um 3 Uhr Nachts schon wieder vorbei aber nun ja, dann habe ich wenigstens mehr vom Tag.
Der erste gang fürhrte mich gestern in das nahe gelegene Einkaufszentrum, riesengroß und sehr modern, auf jeden Fall sehenswert. Meine Mission war meinen täglichen Bedarf einzukaufen, viel merh passt auch nicht in meinen Rucksack. Der Service ist absolut südländisch und es macht wirklich Freude hier zu shoppen. Eine aufgerissene Müsliverpackung wurde sofort und anstandslos ausgetauscht ohne wenn und aber und das ganze mit einem Lächeln, obwohl das Kassenband mit Haferflocken dekoriert war. Hammer.
Mein Zeitgefühl hat mir ein Streich gespielt, denn ich war der Meinung, dass manche Läden bereits schon in der Winterpause sind aber das stimmt so nicht habe ich gestern feststellen müssen, denn Vorgestern war einfach nur Sonntag und da haben die halt alle mehr oder weniger dicht. Aber nichts desto trotz ist die Stadt leer gefegt, es gibt sehr wenige Pilger, die in Santiago ankommen und in der kathedrale war es ungewöhnlich ruhig, manche Gassen in der Stadt hat man für sich selbst und ist auf manchen Plätzen alleine auf weiter Flur.
Somit gab es kein Drängeln in den Läden und ich konnte ruhig und anhaltend nach Ersatzfüße für die Ohren meiner Ehefrau suchen (Insider). Da die Strecke von der Innenstadt zum Stellplatz gute 30 Minuten dauert, ist somit auch der ordentliche Spaziergang gleich mit inbegriffen. 

17.11.2025

Tag 27, gestern bin ich im Regen losgefahren und im Matsch angekommen, macht nichts, denn ich bin ja in Galizien, dem Urinal Spaniens, wie man so schön sagt. Über Landstraßen und sehr gemütlich ging es über 106 km nach Santiago de Compostela. Erstaunlich und immer wieder befremdlich finde ich die Fahrweise der Spanier, die absolut stressfrei auch mal über sehr viele Kilometer hinter einem herfahren können und genau die gleiche Gemütlichkeit aufweisen. Genau so macht das Fahren Spaß, keine Hektik, kein Zeitdruck.
Auf dem Weg hierher bin ich entlang des Camino Ingles gefahren, Erinnerungen an meinen Jakobsweg im März kamen auf und der ein oder andere Ort waren sofort wieder präsent.
Somit bin ich dieses Jahr schon das dritte Mal in der Hauptstadt von Galizien und es immer wieder wie zuhause ankommen, außer dass die Stadt um diese Jahreszeit um einiges leerer und somit auch ruhiger ist, viele Geschäfte haben bereits schon die Winterpause eingelegt, denn der Sommer ist Stress pur. 
Viele Minuten habe ich in der Kathedrale verbracht, ein Ort der Erinnerung und tiefen Dankbarkeit das hier machen zu dürfen und zu können.
 
Das Wohnmobil steht auf einem Stellplatz 30 Minuten zu Fuß vom Ortszentrum entfernt, geschottert mit allem was man braucht, Dusche für 1,- € für sechs Minuten, ansonsten 15,- € ohne Strom oder 20,- € mit Strom, pro Nase und Tag kommt nochmal 1,- € Kurtaxe obendrauf. Der Platz ist sehr ruhig und zentral gelegen. In 500 m gibt es ein großes Einkaufszentrum, welches ich die Tage erkundigen werde. 

16.11.2025

Tag 26, ich hänge einen Standtag hintendran, denn zum einen ist das Wetter alles andere als zum Weiterfahren und zum anderen ist der Platz hier richtig schön und die Aussicht ins Tal und über das Meer ist der Hammer und somit verbinde ich Ruhe, mit ein wenig einkaufen und einen Spaziergang am Strand miteinander und genieße auch das Gespräch mit meinen Nachbarn, die über ein Jahr lang in ihrem Wohnmobil durch Europa touren, für die geht es heute Richtung Portugal. Ich hingegen suche den Weg nach Santiago de Compostela, denn dort soll das Wetter ab Montag besser und trockener werden, genau richtig, um mal wieder nach dem Rechten in der Stadt zu schauen. 

15.11.2025

Tag 25, über den nördlichsten Punkt auf der iberischen Halbinsel (Cabo de Estaca de Bares),  bin ich in Valdoviño angekommen, insgesamt lagen 124 km hinter mir, gesamthaft alle auf Landstraßen und abseits von großen Städten, immer am Atlantik entlang. Am Faro do Cabo Ortegal stand ich alleine und genoss den stillen Lärm des Atlantiks und es war ein magischer Moment. Vor allem wenn man jetzt schon weiß, dass man in ein paar Wochen am südlichsten Punkt sein wird. Gegensätze.  

Valdoviño ist auch so touristischer Ferienort, auch hier muss im Sommer die Post abgehen, jetzt wirkt es nahezu ausgestorben und nur einige Surfer verirren sich in den Fluten der Wellen. 
Der Stellplatz liegt oberhalb der Stadt und belohnt mit einem weiten Blick über Berge und dem Meer. Mit 16,- € inkl. Strom, Ver- und Entsorgung, WC und Dusche (1,- € für fünf Minuten) hat er alles was man tatsächlich braucht. Zum sehr langen und imposanten Sandstrand braucht es ca. 30 Minuten zu Fuß, bergab, zurück geht es demnach bergauf ist aber machbar und letztendlich wird jeder mit einer tollen Aussicht belohnt. 
Hier angekommen, kam ich sofort mit dem Familienvater einer 4-köpfingen Familie ins Gespräch. Diese ist von August 2025 bis August 2026 mit dem Wohnmobil auf Auszeitreise in Europa unterwegs. Ich denke auch hier wieder, "die machen alles richtig und den Kindern kann nichts Besseres passieren, das bleibt fürs Leben hängen".
Foz habe ich gestern mit einem langen Spaziergang und absoluter Ruhe gen Sonnenaufgang verabschiedet. 

 Cabo de Estaca de Bares 

Cabo de Estaca de Bares

Cabo de Estaca de Bares

14.11.2025

 Tag 24, und noch einmal ein Ruhetag. Vielleicht kommt ja auch mehr Ruhe in das Spanienwetter, welches im Moment nicht sonderlich "südlich" ist.
Also ging es gestern auf den ein oder anderen Spaziergang und zum Einkaufen. Und was sehr schön ist, der Platz lässt es wirklich zu, absolut zentral gelegen und wenn man mal keine Lust aufs Laufen hat, kann man sich hier kostenlos ein E-Bike ausleihen, der Service ist umwerfend und dann bleibe ich lieber einen Tag länger hier, als irgendwo im nirgendwo zu stehen. 
 Was hier wirklich sehr gut gemacht wurde, ist der Kilometer lange Weg an der Steilküste entlang, immer mal wieder unterbrochen von herrlichen Sandstrände, die man derzeit überwiegend für sich alleine hat und zum Träumen und Nachdenken einladen. 

13.11.2025

Tag 23, und gestern habe ich noch einen Ruhetag eingelegt, morgens war das Wetter so richtig gut und es hat mich auf dem Weg der Steilküste einige Kilometer Richtung verwaister Innenstadt getrieben. Ich denke mal, wenn man sich die Anzahl der Cafés und Bars sich anschaut, dass hier im Sommer die Post abgeht. Jetzt ist es ein Ruhepol und ladet zum Verweilen und Runterkommen ein. Die Landschaft drum herum und das Meer mit dem Licht geben einem die absolute Postkartenstimmung wieder. Genau so darf es sein. Gegen Mittag hat dann der regen die Oberhand gewonnen und mich veranlasst den Haushalt in Angriff zu nehmen. Zu den Oberallgäuern hat sich dann noch ein Südbadener dazu gesellt. Er lebt seit drei Jahren in seinem Wohnmobil und man sieht ihm seine Glückseligkeit an. Genau so könnte ich mir das tatsächlich von Tag zu Tag immer mehr vorstellen. Die verpflichtete Freiheit genießen und dort sein, wo die Seele es gerade benötigt. Alles richtig gemacht, würde ich sagen. 

12.11.2025

Tag 22, Ruhetag, wenn ich so will, es war sehr windig gestern und die Gegend hier hat uns viele und sehr lange Spaziergänge gebracht. Dazu kam noch ein sehr gutes und sehr langes Gespräch mit einem Pärchen aus dem Oberallgäuer Raum. Diese sind rund 11 von 12 Monaten im Jahr in ihrem Camper mit Anhänger unterwegs. Auch die Beiden fahren irgendwo ins nirgendwo und stehen da wo sie gerade wollen und dürfen. 
Hier am Strand gibt es tatsächlich öffentliche Toiletten, interessant daran ist, dass nur die WCs für die Damen geöffnet sind. Also, Tabuthema gebrochen, wild pinkeln wollte ich nicht, also ab auf das Damen-WC. Das war das erste und hoffentlich auch das letzte Mal in meinem Leben, dass ich die Anlage der Entleerung für das weibliche Geschlecht benutze, aber zur Verteidigung der Damen, so dreckig wie man immer behauptet waren diese gar nicht. 

11.11.2025

Tag 21, nach gerade einmal 56 km bin ich in Foz angekommen. Die ganze Fahrt über hatte ich mir überlegt, wann und in welchem Ort ich im Juni den Weg in das Landesinnere gegangen bin, und dann kam sie, die Autobahnbrücke in Ribadeo. Als ich da auf meinem letzten Camino drüber gelaufen bin, dachte ich mir schon damals, nun ja, stabil sieht anders aus. Schon beim Laufen hat das Ding gewackelt ohne Ende. Diesmal hatte ich Glück, die Brücke hielt mich und meinem Wohnmobil stand.
Hier stehe ich auf einem Camper-Platz, der alles hat, was ein richtig guter Platz nur so bieten kann. Dusche, Waschmaschinen und Trockner, einen kleinen Shop, eine Chillout-Zone, mehrere Ver- und Entsorgungen, auf jedem Stellplatz Strom und Wasser, dazu gibt es ein kleines Restaurant und in der Nähe Einkaufsmöglichkeiten. Den Atlantik sieht man vom Platz aus und man ist in wenigen Gehminuten an einem herrlichen Strand, wo Hunde auch ihren Spaß haben können, zumindest von Oktober bis März, aber das reicht uns ja. Die Nacht kostet hier 15,- €, inkl. Strom, Wasser und Abwasser. Der Chef ist sehr freundlich und hat mir alles gezeigt. So viele Infos habe ich innerhalb von wenigen Minuten noch nirgends bekommen. Für Hunde gibt es einen extra Ausgang und viel Möglichkeiten die Gassi runden zu absolvieren. Mitunter ist das der beste Stellplatz auf meiner bisherigen reise, daher werde ich auch mindestens zwei Nächte hierbleiben, zumal natürlich auch das Wi-Fi mit dabei ist und das brauche ich heute für ein Onlinemeeting. 
Und noch ein Zwischenstand nach drei Wochen unterwegs sein. Ich habe bisher 3100 km hinter mich bracht und insgesamt 962,- € für alles ausgegeben, da ist alles dabei bis auf die kleine Strecke mit der Maut in Frankreich, aber da kommt die Rechnung ja noch die Tage. 

10.11.2025

Tag 21, on Tour, 199 km, anfangs nur auf kleinen und engen Straßen. Nach rund 40 km hatte ich mich entschieden, die Landsträßchen zu verlassen und auf die nahe gelegene Autobahn zu wechseln. Die war aber nicht weniger schön zu fahren und noch immer sehr nahe am Atlantik entlangführend. Auf der Höhe von Navia machte ich einen Halt, denn diese Stadt kannte ich von meinem letzten Jakobsweg, den ich im Juni gelaufen bin. Auf dem kostenlosen Stellplatz hinter einer Filiale von "Familia" fand ich einen Platz zum Übernachten. Was ich hier in Spanien immer wieder faszinierend finde, ist die Tatsache, dass es wirklich überall Ver- und Entsorgungsstationen gibt, wie auch hier und diese sind absolut kostenlos. 
Von hier geht es in 15 Minuten zum Strand und in 10 Minuten in die Stadt. Da es Sonntag war, hatten bis auf die Bars nichts weiter auf. Also suchte ich kurz meine Unterkunft vom Juni und fragte mich, was so schön an dieser Stadt ist. Nichts, außer der Strandbereich, siehe die Bilder unten. Nun hat es für den Montag noch zwei Vorteile: Zum einen, macht der ehemalige Eroski um 9 Uhr auf und zum anderen stehe ich genau neben der freien Tankstelle von Eroski, somit werde ich gleich am Morgen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, bevor es dann weiter geht. 

09.11.2025

Tag 19, gestern brachte ich doch tatsächlich 119 km hinter mich und das Ganze in über drei Stunden Fahrtzeit, inkl. Tanken und Einkaufen. Vorher hatte ich aber noch ein sehr informatives Gespräch mit dem Franzosen mit dem Anhänger. Er erzählte mir von einem b
Besuch in Berlin als die Mauer noch stand und er eine Gänsehauterfahrung damit gemacht hat, für ihn unvergessen. Irgendwann musste ich seinen Monolog unterbrechen, sonst hätte ich sicher noch eine Nacht verlängern müssen. Ich wählte Straßen abseits der Autobahn, an der Küste entlang, soweit es ging, auch Straßen, die für Wohnmobile ungeeignet sind und manch Blicke von Menschen in Kleinstdörfer garantiert waren, mitunter hatte ich aber auch eine Schweißperle auf der Stirn aber es war eine tolle Anfahrt hierher.
Landschaftlich war diese Strecke mal wieder ein absoluter Traum und ich musste aufpassen hier und da mehr auf die Straße zu scheuen als in der Weltgeschichte.
Dazwischen machte ich immer mal wieder einen Zwischenstopp um die Landschaft oder den ein oder anderen leeren Strand auf mich wirken zu lassen.
Jetzt stehe ich im beschaulichen Ribadesella, eine kleine Stadt, welche im Sommer sicher ganz voll ist, das zumindest deutet sich auf die vielen Ferienwohnungen hin, die eher einer Geisterstadt gleichen als einem schönen Ort in der Ferienzeit.
Der Stellplatz hier ist Kostenlos, hat eine Ver- und Entsorgungsstation und ist ca. 15 Minuten vom Zentrum, inkl. Strand entfernt. 

08.11.2025

Tag 19, gestern war Standzeit, schließlich möchte ich nicht jeden Tag hinter dem Lenkrad sitzen, auch wenn es nur 10 km sind. Ich möchte die Zeit damit verbringen nachzudenken, Dinge zu analysieren, abzuschalten und mich in meinem Leben zu orientieren. Da war gestern hier genau der richtige Ort, wenn nicht, ja wenn es nicht den halben Tag geregnet hätte. Aber dennoch habe ich die andere Hälfte des Tages genutzt, um die Gegend zu erkunden und mit Lucky viel spazieren zu gehen. Es war eben ein Ruhetag mit ein wenig Haushaltsarbeit. Es war Waschtag und ich habe meinen "Kleiderschrank" neu sortiert, damit ich den Überblick behalte. Tagsüber war viel Ruhe hier und ich hatte ein gutes Gespräch mit einem aus Bayern stammenden Alleinreisenden, der wie auch ich Richtung Westen und dann Richtung Süden fährt. Von dieser Sorte gibt es hier doch einige, vor allem Männer in ihren Gefährten sind vertreten. 
Was hier tatsächlich ein paar Probleme macht sind die Datenmengen meines mobilen Anbieters, der Verbrauch ist natürlich deutlich höher als zuhause mit WLAN. Bevor die Kosten weiter steigen, habe ich mich gestern mal ein wenig eingelesen, mal schauen, ob mich eine spanische Datenkarte weiterhilft oder ich doch mit meinem Datenvolumen über die Runden komme.
Ich habe aber noch immer eine gewisse Anspannung in mir, wo ich mir immer wieder sagen muss, dass das alles nicht so schlimm ist, und mir wird von Mal zu Mal bewusster, dass ich über unwesentliche Dinge einfach darüber hinwegsehen muss, darf und ganz wichtig es auch kann. 
Gestern Abend war mal wieder genau diese Situation. Ein Wohnmobil mit Anhänger kam auf den Platz und stellte sich nach vielem hin und her vor mich. So typisch ich halt, der steht nicht auf seinem Platz, er nimmt mir die Sicht (es hat geregnet und es war bereits stockdunkel), also welche Sicht und komme ich hier dann Morgen früh auch von meinem Stellplatz runter? So, also bin ich ausgestiegen, schaute mir das an und dachte, alles gut, passt doch und sagte dem Franzosen das auch, "lass stehen, passt doch", letztendlich wäre ich auch froh, wenn ich mit Anhänger unterwegs bin, keine Probleme zu haben und Kulanz walten zu lassen. 


Heute gehts wieder ein Stückchen weiter gen Westen. 

07.11.2025

Tag 18, gestern kam ich tatsächlich ganze 10 km weiter und bin in dem beschaulichen Dorf Cóbreces gelandet. Ausschlaggebend war zum einen die Lage zu einer Klippe mit einer beeindruckenden Sicht auf den Atlantik und Gesteinsformationen, einem wunderschönen Strand und zum anderen einen sehr schönen und ruhigen Stellplatz mit allen
Annehmlichkeiten inkl. Wi-Fi. Der Platz kostet 12,- € die Nacht, wer Strom braucht, nochmals 4,- € dazu, die Dusche kostet 1,- €. Dazu gibt es die Möglichkeit zu die Wäsche zu waschen, was ich heute sicher in Anspruch nehmen werde. 17 Stellplätze und eine sehr freundliche Dame, die einem alles erklärt wo man was findet. Ein super Service. Ich denke einmal, dass ich hier noch ein Tag länger bleibe, denn jetzt brauche ich nach viel Historie einfach nur mal Wasser und viele Laufwege, nicht nur für mich, sondern auch und vor allem für Lucky.

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06.11.2025

Tag 17, nach rund 50 km bin ich in Santillana del Mar angekommen, eine historische kleine Stadt am Camino del Norte, schön sollte sie sein, die Stadt. War sie denn auch, denn ich lief den Berg Richtung altem Ortskern herunter, bog bei der Kirche einmal um die Ecke und dachte dann, "kenne ich doch", und tatsächlich waren wir schon einmal hier, am Karfreitag 2023 bei unserer Auszeitreise durch Spanien. Kommt davon, wenn man schon viel unterwegs war und einzelne Stationen nicht mehr auf dem Schirm hat. Da ich aber auf der anderen Seite auf dem Stellplatz stehe, war es für mich nicht gleich ersichtlich. Lustig ist es dennoch.
Der Stellplatz hier kostet 12,-€ die Nacht plus 4,- € Strom, duschen kann man für 3,- €, Ver- und Entsorgung sind kostenlos. Der Platz ist sehr gut gepflegt und man bekommt auch Hilfe, wenn man keine braucht. 
Die Infrastruktur ist perfekt, alles da, verhungern tut man hier nicht.

05.11.2025

Tag 16, so, nach dem Einkaufen wollte ich noch eine Zeitlang an der Küste entlangfahren, doch sehr starker Wind mit dem Drang zu allen möglichen Seiten, haben mich veranlasst, die Etappe zu verkürzen. Eine Station machte ich an einem bemalten Leuchtturm, dem  

Faro de Cabo Ajo, zumindest aus der Ferne sah dieser richtig schön aus, doch die Öffnungszeiten enden bei diesem Museum Ende September, dafür war es sehr ruhig hier oben und die Aussicht fantastisch, sofern ich was gesehen habe.

Also bin ich nach Santander gefahren, hier liegt ein Stellplatz, der kostenlos ist und zu Fuß ca. 30 Minuten vom Zentrum entfernt liegt. Und was richtig toll ist, er ist in der Nacht sehr ruhig und liegt gegenüber einer Parkanlage, wo man mit Hund super laufen kann. 
Übrigens hatte ich hier eine tropische Nacht mit 22° C und das im November und mal wieder eine Begegnung der dritten deutschen Art. An einer Ampel kam mir eine Frau und ein Mann entgegen, der abschätzige Blick des Mannes mir gegenüber gab mir zwei Gedanken mit, der erste war: Das sind Deutsche. Under der Zweite: Die fahren sicher ein Morello oder eine Concorde, sofern sie mit einem Wohnmobil unterwegs waren. Und siehe da, zwei Stunden später sah ich die beiden auf dem Stellplatz in ein Morello einsteigen. Was Gesichter doch alles über jemanden aussagen können. Der Klassiker mit Vorurteil.
Die Erkundungstour durch Santander war schon eine Augenweite, das Zentrum sehr schön aufgebaut und nach einem Großbrand im Jahr 1941, wieder an früheren Zeiten aufgebaut.
Die Kathedrale ist sehenswert und den Eintritt von 2,- € wert.
Auch die Promenade am Hafen ist ein Muss, auch wenn es mich gestern hier fast weg geweht hätte.
Santander ist ein Stopp wert und ich bin froh, dass mich der Wind hierher geweht hat. 

04.11.2025

Tag 15, ich bin gestern in El Puente in der autonome Region Kantabrien angekommen. Geplant war ja Bilbao aber nach einer längeren Überlegung habe ich mir gesagt, dass ich diesen Stellplatz dort schon kenne, also ging es erst ein Stückchen weiter Richtung Westen. Auf einer Anhöhe steuerte ich einen Platz mit Sicht auf den Atlantik an, die Anfahrt war steil und holprig, ich muss dringend für manche Gegenstände einen anderen und vor allem festen Platz suchen. Die Sicht war herrlich aber der Lärm der angrenzenden Autobahn hat ein Bleiben verhindert, also zurück, an den Schlaglöchern vorbei und 10 km weiter einen kleinen Stellplatz etwas im Landesinneren gefunden. 15,- € inkl. allen Annehmlichkeiten (mit Pool), (Dusche 1,- € für 5 Minuten) und der Strom (4,- €) extra, brauche ich immer noch nicht. 
Vorher gab es noch einen Besuch bei DIA, wie immer ein Erlebnis die Empanada und die dazugehörigen Schokobrötchen. 
 Seit nun mehr 2 Wochen lese und höre ich ganz bewusst keine Nachrichten, schnell habe ich gemerkt, dass es mir schon wesentlich besser geht, was den Gedankengang der weltweiten Lage betrifft. Ich denke das es ein wichtiger Teil einer (meiner) Auszeit ist. 

03.11.2025

Tag 14, die Theorie gestern war ja der Weg nach Bilbao. So schön wie die Landschaft auch war und ist aber mit permanentem Gegenwind ist es sehr anstrengend konzentriert zu fahren. Nach drei Stunden bin ich auf einen Parkplatz gefahren und habe mich nach einem Ziel in der Nähe umgeschaut. Gefunden habe ich dann einen Stellplatz in Arguedas und das direkt vor den Höhlen, den sogenannten Cuevas de Arguedas. Diese einzigartigen Höhlen sind in den weichen Sandsteinfelsen eingebettet und bieten eine atemberaubende Kulisse. Die Höhlen sind von historischer Bedeutung, da sie in der Vergangenheit als Wohnstätten und Zufluchtsorte dienten. Heute sind sie ein Museum, doch leider drezeit geschlossen.
Auch das kleine malerische Dorf und der angrenzende Berg mit einer fantastischen Aussicht ist ein Besuch wert.
Der Stellplatz ist kostenlos und verfügt über alles, außer Strom. 
Im Laufe des Mittags kamen dann immer mehr Wohnmobile, darunter natürlich auch die unvermeidlichen Nachbarn mit einem WN-Kennzeichen, sie kommt aus Waiblingen, er kommt aus Fellbach und wohnen tuen sie in Winnenden, somit war der Rems-Murr-Kreis komplett vorhanden. Wir hatten ein sehr schönes und langes Monologgespräch, welches die halbe Lebensgeschichte von ihr beinhaltete. 
 Dazu gab es gestern den ersten Waschmaschinenwaschtag, es ist klasse hier in Spanien auch an den einsamsten orten einen Waschsalon zu haben. 
Schön wars. 

02.11.2025

Tag 13, ruhig war es heute Nacht, gestern mal eine Ladung Wäsche gewaschen, minimalistisch mit der Hand versteht sich, da die Waschmaschinen auf dem Weg bis dato sehr Rah sind, um ehrlich zu sagen, habe ich bis anhin nur eine gesehen und das war auf meinem zweiten Stellplatz, da war der Bedarf noch nicht ganz so groß.
Heute geht es Richtung Bilbao weiter. Kassiert hat gestern übrigens niemand, mal schauen ob sich heute noch jemand hierher bewegt, wenn nicht, dann war es ein sehr günstiger Platz mit Strom, Wasser und Abwasser.
Auf jeden Fall ist die Gegend sehr schön, hier kann man stundenlang in den Plantagen herumlaufen und es wird nie langweilig. Mir gefällt es hier und der Pelznase auch.
Die Vegetation hat sich auf der Fahrt hierher von Palmen in einen normalen Mischwald mit Herbstcharakter verwandelt. Hier ist es schon wieder sattgrün und frühlingshaft. 

Hier wurde ich auch gleich von sehr netten Norddeutschen empfangen und angesprochen, die zwei kamen aus dem Reden gar nicht mehr raus, soviel konnte ich gar nicht zuhören und hatte das Wohnmobil nicht mal richtig geparkt. Beim Campen muss man sich schon richtig doof anstellen, wenn man keine Leute kennen lernen will.

01.11.2025

Tag12, nach 294 km bin ich auf dem Stellplatz in Aitona, Lleida gelandet. Auf einer Anhöhe hat man einen großartigen Blick auf die Wälder und Berge. Ausgestattet ist der Platz mit WC/Dusche, schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber funktionell und Ver- und Entsorgung, sowie Strom und das Ganze für 13,50 € sofern jemand kommen sollte zum Kassieren. Oberhalb des Platzes ist eine Bar und unterhalb ist das Dorf, hier gibt es nahezu alles für den täglichen Bedarf.

31.10.2025

Tag 11, Ruhetag, keine Straße, kein Einkaufen, keine Arbeit dafür ein wenig Haushalt, ein paar Reparaturen, aber ein Belastungstest des Liegestuhls, hat er perfekt überstanden. Bei herrlichen 22° C war das nahezu unvermeidbar, dazu ein langer Spaziergang am Strand, keine Menschen weit und breit und die Pelznase hat seinen Auslauf genauso genießen können.

Nach fast zwei Wochen kann ich schon mal sagen, dass ich derzeit materiell überhaupt nichts vermisse. Die Organisation ist eine andere als in der heimischen Wohnung aber es geht, ich räume mehr hin und her, einfach so wie ich Platz brauche oder die Dinge in meinen Augen gerade nicht dahin gehören wo sie sind.
 Hier habe ich drei weitere Alleinreisende kennen gelernt, deren Mobile gleichgroß oder kleiner sind, die mitunter noch mehr Monate unterwegs sind wie ich. 


Morgen geht es weiter, es wird Richtung Atlantik gehen, mal schauen wohin es mich verschlägt.

Gestern bin ich, nach 150 gefahrenen Kilometern, in Sant Pere Pescador, Girona in Spanien angekommen, den Stellplatz haben wir vor zwei Jahren durch Zufall entdeckt, seit dem waren wir schon zwei weitere Male hier. Keine Infrastruktur und kostet 0,60 € je Stunde.

Insgesamt liegen jetzt 1.805 km hinter mir.
Er ist absolut ruhig und nicht sonderlich voll. Viele Deutsche auf dem Weg Richtung Süden und für eine Erholung ein absoluter Spitzenplatz.
Übrigens, mein Thermosbecher ist wieder aufgetaucht, ist schon witzig was man auf so wenigen qm alles verlegen kann. Unwiederbringlich ist allerdings meine Fußmatte, die ich in Frankreich habe liegen lassen, aber nun ja, wir hatten diese bei der Therme in Bad Wörishofen selbst vom Vorgänger übernommen, also ein Plus-Minus Geschäft.

30.10.2025

Tag 10, gestern war ein sehr windiger, wenn nicht sogar sehr stürmischer Tag, das Mittelmeer hatte schon das Flair vom Atlantik und gab mir einen Vorgeschmack auf Tarifa, ganz im Süden Spaniens.
Am Morgen hatte ich noch die alte Ruine der Burg besucht, erbaut 1247 mit einer Kreisrunden Stadt darum herum und einem herrlichen Ausblick im 360° Format, sehr beeindruckend.
Am Mittag, nachdem der regen aufgehört hatte, wurde ich am Strand gesandstrahlt, es war so heftig, dass ich nach einigen Minuten den Rückzug antrat und in mein kuschliges Zuhause auf vier Räder  zurückkehrte.

Heute geht es wieder auf die Straße, nicht ganz so weit, gepant sind 150 km. Einfach weiter in den Süden und weiter in die Wärme und somit auch weiter der Sonne entgegen.

29.10.2025

Tag 9, wieder eine sehr ruhige Nacht verbracht, doch die innere Uhr lässt mich mal wieder um 4 Uhr auf die Uhr schauen und dann bin ich auch schon wach und bereit für den ersten Kaffee. Und wenn ich schon so viel Zeit habe, mache ich ein paar Erkundigungen zu dem Dorf, in dem ich stehe. Gruissan ist historisch, die Innenstadt im Kreis gebaut und muss wohl sehr sehenswert sein, darum entscheide ich mich, noch einen Tag hier zu bleiben und mir das mal anzuschauen. 

28.10.2025

Tag 8, eine ruhige Nacht unter der Aufsicht der Notre-Dame von Frankreich, geht es heute ans Meer. Ausgesucht habe ich einen Stellplatz in Gruissan, noch immer in Frankreich. 350 km sollten kein Problem sein aber da ich ohne Maut durch Frankreich fahre, sind die Straßen und somit auch die Geschwindigkeit doch immer mal wieder sehr übersichtlich. Aber bis anhin habe ich keinen einzigen Kilometer bereut, den ich abseits der Autobahn gefahren bin. landschaftlich ist es absolut sehenswert.

Gut, das ohne Maut war in den ersten 3 Stunden noch lustig, denn die Straßen ging hoch und runter, schmal und noch schmaler, mit und ohne Gegenverkehr, mitunter auch ein Holztransporter, es war anstrengend, die erste Zeit hat das Wetter noch mit der Sonne gelacht, dann kam der Nebel und die Sicht war nahezu bei 20 m fertig.
 Auf der A75 zurück (das ist ein Stück weit ohne Maut), habe ich beschlossen, die restlichen 140 km dann doch noch für die Straße zu bezahlen, wieviel? Keine Ahnung, die Rechnung bekomme ich im November, denn ich habe eine Mautbox im Auto verbaut.
Jetzt stehe ich auf dem Wohnmobilstellplatz in Gruissan, noch immer in Frankreich aber fast am Meer, denn es ist der Hafen, aber das Wasser hat Salzgehalt und das Thermometer zeigt bei meiner Ankunft angenehme 22° C an. Für den Platz mit WC, Dusche und Ver- und Entsorgung, allerdings ohne Strom, bezahle ich für eine Nacht 11,- € und ich habe den letzten freien Stellplatz mit Blick auf das Wasser ergattern können. 
Dann erst einmal einkaufen gehen, denn ich stelle gerade fest, dass mein Kühlschrank kühlt ohne das Irgendwas drin ist.
Und die erste Verlustmeldung gibt es dann auch schon: Es fehlt ein roter Thermosbecher. Den habe ich doch tatsächlich auf dem Stellplatz in Le Puy beim Fotografieren stehen gelassen. Nun ja, das Bild war es sicher wert. Einen Becher habe ich ja noch.

27.10.2025

Tag 7, es war eine sehr ruhige Nacht hier, was mich nachts echt stört ist der Regen, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Heute geht es weiter Richtung Süden. Geplant ist es das Meer zu sehen, egal ob in Frankreich oder doch schon in Spanien. Ich fahre einfach mal los und schaue wohin es mich verschlägt.

Ich bleibe dann doch noch einen Tag und eine Nacht in Frankreich, zwar war ich auf gutem Wege heute das Meer zu erreichen, doch dann sah ich das Schild mit der Aufschrift Le Puy-en-Velay, und schon war der Weg mal wieder ein anderer. Zwar mit einem Umweg von einigen Kilometern aber für diese historische Stadt hat sich das auf jeden Fall gelohnt. 

Hier der Blick von meinem Stellplatz auf die Kathedrale von Le Puy-en-Velay und auf die  Statue De Notre Dame De France. Beides habe ich mir natürlich sofort angeschaut und es ist wirklich sehenswert.
Der Stellplatz hier kostet rund 21,- €, da ist die karte vom Camping Car park mit 5,- € schon mit drin, Strom, Wasser und Ver- und Entsorgung inklusive.

Hier noch ein paar Bilder vom heutigen Tag

26.10.2025

Tag 6, heute geht es mal wieder auf die Straße. Nach viel kalt und viel nass, möchte ich jetzt in die Sonne und ans Meer und das Ganze bitte in warm.
Und wie es der Zufall so möchte, fahre ich nach Sant Pere Pescador, in die Region Girona nach Spanien, da waren wie auf der Rückreise im letzten Jahr von Andalusien kommend, der letzte Stellplatz in Spanien. Hier haben wir die Familie um Benomo kennengelernt. Die Beiden mit ihren Kindern haben sich einen Reisebus zum Wohnmobil ausgebaut, den wir besichtigen durften und was ist jetzt der Zufall? Gestern Abend fuhr ein weißer Bus auf den Stellplatz und von weitem hatte ich das Gefühl den zu kennen. Als ich Richtung Bus gelaufen bin, kam mir Benno entgegen und fragte mich nach den Gegebenheiten hier und auch er konnte sich an uns erinnern und wusste sofort auch woher. Die Welt ist klein.

Also geht es in zwei Etappen gen Spanien, mal schauen wie weit ich heute kommen werde.

Zumindest habe ich mal eine Etappe hinter mich gebracht, nach sechs Stunden und 403 km reicht es mir für heute. Alles außer Mautstraßen sind ganz schön anstrengend, hinzu kam natürlich ein wenig Wind und Regen. Ich denke das ich aus zwei, dann doch eher drei Etappen fahren werde, denn ich habe ja alles, nur kein Zeitdruck, ich muss mich entschleunigen. 

Die Fahrt hierher war herbstbunt und überhaupt nicht langweilig, von dem her hat sich die Strecke Abseits der Autobahn auf jeden Fall gelohnt.

Jetzt stehe ich auf einem Wohnmobilstellplatz in Paray-le-Monial, in Frankreich, mit einigen anderen Wohnmobilisten auch, der Platz verfügt über 11 Plätze, jedoch stehen jetzt schon (15.30 Uhr) sicher das doppelte bis Dreifache an Mobilen hier rum.
Der Platz ist kostenlos und verfügt über Ver- und Entsorgung und Strom.
Nebenan ist ein großer Park mit einem Spielplatz. Die Innenstadt ist zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Für eine Nacht ist das alles völlig ok.

25.10.2025

Tag 5, eigentlich wollte ich heute nach Frankreich weiterfahren, doch das Wetter, vor allem der Wind, machen mir ein Strich durch mein Vorhaben. Somit entscheide ich aus Sicherheitsgründen noch einen Tag länger hier zu stehen. Es gibt schlechtere Orte auf der Welt und ein unnötiges Risiko möchte ich nicht eingehen.
Also, demnach stehen heute noch Einkäufe für das Wochenende auf dem Programm und nochmals eine "Freiburger Rote" auf der Herbstmesse.

24.10.2025

Tag 4, weiter geht es heute Richtung Westen. Meine Heimatstadt Freiburg ruft mich und ich werde kommen. Als wäre ich nicht schon vor vier Wochen erst hier gewesen, da war es aber der 50 km Lauf rund um die selbige Stadt. Heute steht ein Besuch bei meiner Mama an. Hier war ich auch schon lange nicht mehr. Ich freue mich auf "meine" Stadt.


Der Seepark in Freiburg lag zufällig auf dem Weg zwischen Parkplatz und der Wohnung meiner Mama, hier habe ich als Jugendlicher unzählige Mittage verbracht, vor der Landesgartenschau 1986 waren wir im Sommer sehr oft zum Schwimmen hier.

Heute stehe ich auf dem Wohnmobilstellplatz zwischen der neuen Messe und dem Europa-Park-Stadion vom SC Freiburg. Perfekt gelegen für Ausflüge in alle Himmelsrichtungen. Heute ist sogar die herbstmesse, zu sehen rechts im Hintergrund.
Die Nacht kostet hier 15,- € mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit.
n auf die Herbstmesse muss ich heute auch noch.

Auf dem neuen Messegelände war ich bisher noch nie auf einer Herbstmesse, diese wurde erst im Jahr 2000 eröffnet. Als Kind und Jugendlicher kannte ich die Messe nur vom alten Messeplatz inmitten von Freiburg.

Es war mal wieder super schön darüber zu laufen, die Stimmung war klasse. Ich komme wieder, nächstes Jahr mit meiner Frau.

23.10.2025

Tag 3, heute geht es dann doch Richtung Süden. Es ist Dauerregen angesagt. Gut, ich fahre nach Hüfingen in den Schwarzwald, da ist das Wetter zwar nicht besser aber dort gibt es ein Platz mit etwas mehr Annehmlichkeiten, zum Beispiel Strom. Meine Solarzellen auf dem Dach fangen schon einiges ein aber mein Verbrauch ist doch höher als das was da rein kommt, dank dem Regen oder der starken Bewölkung.
Und ich möchte ja in diesem Jahr noch in Tarifa ankommen und auf Afrika schauen.

Meine Fahrt heute ging über 330 km, bei Regen ohne Ende, Sturmböen und all das nur auf der Landstraße. Gemütlich hinter LKW´s fahren ist entschleunigend.
Der Stellplatz hier an der Brez überzeugt mit Ruhe, wenn der Wind nicht wäre, es gibt Strom, Ver- und Entsorgung, WC, Dusche und eine Waschmaschine, die Nacht kostet 9,- € zuzüglich 2,- € pro Person, Strom 2,- € für 8 Stunden und die Dusche kostet auch 2,- €. 
Die Altstadt ist ein Besuch wert und es gibt Einkaufsmöglkichkeiten. Mehr brauche ich nicht.

Hüfingen im Schwarzwald

22.10.2025

Tag 2, die innere Uhr lässt mich nicht los, demnach gibt es pünktlich um 4.45 Uhr den ersten Kaffee und meine Gedanken fangen an im Kreise zu drehen. Wohin soll es heute gehen? Bleibe ich noch einen Tag länger mit der Sicht auf das Wasser? Doch eine Runde um den Rothsee laufen? Vielleicht sollte ich das Gedankenkarussell anhalten und einfach alles auf mich zukommen lassen, wenn das denn so einfach wäre. Es regnet, aber zumindest die erste Runde mit der Pelznase konnten wir trocken absolvieren. 


Sicht aus meinem temporärem Zuhause, ich stelle mir immer mal wieder die Frage wer neidischer schaut, wir Wohnmobilisten auf das schwimmende Hotel oder die Gäste auf unsere fahrenden Wohnungen?
Viel näher am Wasser kann man fast nicht stehen.

Lucky am Rothsee, für mich ist dieser Ort meine persönliche Entspannung, egal zu welcher Jahreszeit.

21.10.2025

Tag 1, es ist ein sehr komisches Gefühl, wenn man ganz bewusst sich von seiner Familie verabschiedet, die Komfortzone verlässt und sein Leben gegen einen mobilen Untersatz tauscht. Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen, auch wenn sich wie oben beschrieben, drei Monate nicht ganz so lange sind, was die Rechnung in Lebenszeit betrifft, doch drei Monate sind schon ganz schön viel, wenn man seine Liebsten zurück lässt.

 
Ich wollte das erste Stück Landstraße fahren, doch aus dem ersten Stück wurde ein längeres erstes Stück, denn die Bundesstraße war auf einmal gesperrt, also Umleitung fahren, super, ein LKW vor mir, der weiß sicher wo es lang geht, also hinterher. Nun ja, ich gehe mal davon aus, dass ich die weiteren Schilder der Umleitung nicht gesehen habe und der Fahrer des LKW wohl eine Pause machen musste, denn er bog auf einen Parkplatz ab und ich nach Navi weiter. Nach einigen Kilometern war ich dann auf der Autobahn in der richtigen Richtung und habe schon mal 45 Minuten mehr gebraucht, aber was solls, ich habe Zeit und ich werde mir diese nehmen. Daher machte ich auch sogleich einen Abstecher zur Autobahnkapelle "Christophorus an der Kochertalbrücke". Ich nahm mir einige Minuten Zeit und ging in mich. Ich denke so kann es weitergehen.
 
Insgesamt legte ich heute 236 km zurück und bin nun am Main-Donau-Kanal bei Hilpoltstein. Direkt am Wasser. Dieser Stellplatz ohne Infrastruktur kostet pro Nacht 7,- € und wird von einer Mitarbeiterin der Gemeinde einkassiert, der Platz ist ruhig und es stehen sehr viele Plätze zur Verfügung. In Spitzenzeiten wird es in der ersten Reihe allerdings sehr eng.
Mit Lucky ging es erstmal eine große Runde laufen und dann an das erste Einrichten im Wohnmobil. 

20.10.2025

 So, die letzten Vorbereitungen habe ich heute gemacht, mein Drahtesel (also der von meiner Frau) ist gesattelt.

Somit bin ich vielleicht froh, nicht immer das Wohnmobil für Einkäufe oder dergleichen nehmen zu müssen. 

19.10.2025

und bevor es in zwei Tagen los geht, habe ich gestern noch den Mammutmarsch in Stuttgart absolviert. 60 km in einer Laufzeit von knapp 10 Stunden. Es war ein toller Tag, anstrengend aber klasse.
Heute sind weitere kleine Vorbereitungen zu machen, nochmal kurz ausgefegt und noch ein wenig Wasser nachgefüllt. Lamngsam aber sicher rennt mir die Zeit ein wenig davon. 

Jens mit Fahrradhelm, nicht nur eine Seltenheit, sondern in diesem einen Moment einzigartig, denn niemals hatte ich so ein Ding auf dem Kopf, zum einen sieht es lächerlich aus und zum anderen bringt er meine Haare durcheinander. 
Aber in Spanien ist das Ding auf dem Kopf Pflicht, zumindest außerhalb geschlossener Ortschaften, denn innerhalb dieser Ortschaften ist ein Sturz auf den Asphalt scheinbar nicht so schlimm und bedarf keinen Schutz auf dem Kopf.

LUCKY

Mein Mitreisender auf diesem Roadtrip ist unser  Australian Shepherd Hund Lucky.
Er liebt das Wohnmobilfahren und ist immer zuerst an Board, denn dann weiß er, dass er entspannen kann, da sein Rudel nicht wegläuft.
Lucky ist 4 1/2 Jahre alt und kommt von einem Bauernhof im Münsterland. Seine erste Fahrt unternahm er, wie könnte es anders sein, im Wohnmobil.
Es ist sein Zuhause. 

Natürlich gibt es das ein oder andere Örtchen, dass ich auf meiner Reise ansteuern möchte. Eines davon ist Muxia. Ein kleines spanisches Dorf am Atlantik, mitunter für viele Pilger auf dem Camino das wirkliche Ende der Welt und Abschluss einer wunderbaren Pilgerreise, so ist es zumindest immer für mich. Und genau da ist ein kleiner Parkplatz, mit genau dieser Sicht. 

Nicht nur die Sicherheit auf dem Kopf ist jetzt gegeben, sondern auch ein Fahrsicherheitstraining haben wir gemeistert. 
Bei Camper des Jahres 2025, ausgetragen vom ADAC, haben wir in diesem Jahr in der Vorentscheidung zum Finale in Baden-Württemberg den 5. Platz erreicht. Somit sind wir auf der sicheren Seite, wie mit dem Gewicht von 3,5 t umgegangen werden kann und wie das Fahrzeug in verschiedenen Situationen reagiert.

Eigentlich war es einmal geplant die drehbaren Sitze und die Polster im Aufbau neu beziehen zu lassen und jedes Jahr sind wir mehr unterwegs als das wir die Zeit dazu hätten, die Polster wegzubringen, bzw. das ganze Auto.
Also gab es jetzt  temporär neue Sitzbezüge, schließlich macht das Auge auch eine Auszeit und möchte es schön haben.

15.10.2025, noch 6 Tage bis zum Start

Da steht er nun und wartet auf seinen Start mit uns. Jeden Tag geht es ein wenig vorwärts, denn das finale Packen hat begonnen, was fehlt ist der Heckträger für das Fahrrad. Obwohl ich viel lieber laufe als Rad zu fahren, nehme ich es mit, denn nicht immer wird etwas da sein wo ich es sehr gerne in der Nähe hätte.
 Was heute noch fehlt ist ein wenig mehr Wasser, die beiden Gasflaschen und allerlei Technik, denn in meiner BAYtime möchte ich der Fotografie wieder näherkommen und dazu braucht es ein wenig Unterstützung durch technische Gegenstände. 



Gedanken zur beruflichen Auszeit 

Zwischen Ausgelaugt sein und Neuanfang 

Ausgelaugt wie ein Schwamm – so fühlt es sich an, wenn unklar ist, wohin die berufliche Reise wirklich führen soll. Immer wieder stellt sich die Frage: Habe ich die richtige Entscheidung getroffen, oder ist es erneut nur der Versuch, ein Problem zu lösen, der letztlich ein neues Problem schafft? 

Perspektivenwechsel und Abstand 

Antworten darauf finde ich wohl erst, wenn ich mein gesamtes Umfeld hinter mir lasse, gedanklich einen Schritt zurücktrete und meine Zukunft bewusst reflektiere. 

Die Bedeutung einer Auszeit 

Deshalb nehme ich mir eine Auszeit – für manche mag sie zu lange erscheinen, für mich sind es „nur“ drei, vielleicht auch vier Monate. Bei näherer Betrachtung, etwa an meinen Lebensmonaten gemessen (56 Jahre x 12 Monate = 672 Monate), ist diese Zeitspanne erstaunlich kurz. Und selbst, wenn ich – als Mann – das durchschnittliche Lebensalter von 78,5 Jahren erreichen sollte, kämen noch rund 270 Monate hinzu. Insgesamt wären das 942 Monate Leben. Sind vier Monate dann wirklich so viel? 

Fest steht, ich gehe, bzw. fahre, werde unseren Hund Lucky in unseren Camper packen und loszotteln.

Wohin geht die Reise?

Keine Ahnung. Es ist für mich sowieso schwer genug, ohne Plan irgendwohin zu gehen oder fahren, dort ein Platz zu finden, ohne zu wissen, ob es dort überhaupt einen Platz gibt.

Daher möchte ich es etwas ruhiger angehen lassen und meinen ersten Platz dort beziehen, wo ich weiß, dass es dort einen gibt.

Es wird meine Auszeitoase sein, der Rothsee, bzw. der Main-Donau-Kanal daneben, im Frankenland. Hier bin ich immer dann, wenn ich ein paar Tage meine Ruhe brauche.

Die Vorbereitungen

Laufen, und an was ich alles denken muss und das alles nebst meiner Arbeit. PUH, jammern auf ganz hohem Niveau.
Zuerst mal mit dem Inhaber meines Büros reden, der sollte schon informiert sein, dass er ein paar Tage auf mich verzichten muss. Da ich aber selbstständig bin, ist es halb so wild, denn einige Dinge kann ich auch von unterwegs aus erledigen.


Und weil unser Hund in Bezug auf das Futter ein wenig seltsam ist, muss ich sicherstellen, dass ich genug dabei habe. So bestellte ich zunächst 20 kg Trockenfutter. 
Weiter geht es mit dem Wohnmobil.
Es ist schon ein Unterschied, ob man zwei oder drei Wochen mit dem mobilen Heim unterwegs ist oder für 3 oder 4 Monaten darin leben darf, die Organisation ist ein wenig anders, zumal es ohne Anhänger los geht, da ist der Platz schon sehr begrenzt. Ist auch alles eine Gewichtsfrage.

Die Scheibenwischer müssen getauscht werden, die sind seit der letzten gemeinsamen Auszeit im Jahr 2023 noch drauf. Chemie für das WC sollte jetzt ausreichend sein und wenn nicht, dann gibt es in Europa sicher einen Laden, der das auch verkauft, ich bin ja nicht aus der Welt, sondern nur woanders.
Was mir noch sehr wichtig ist? Das leidige Thema Gasflaschen. Da wir in der EU sind, gibt es zum Glück hier auch keine Norm, wäre ja auch zu einfach, also entweder nehme ich genug mit oder ich muss schauen, wo und wie ich die "deutsche" Gasflasche unterwegs neu füllen kann. 
Für die ersten Tage sollte ich auch genug zu Essen und zu Trinken dabei haben, denn einkaufen ist nicht immer mein "Ding", auch wenn es sich ab und zu anbietet auf der Strecke anzuhalten und das ein oder andere zu besorgen.
Dennoch, was nicht sein muss, dass muss auch nicht sein.